21. Mai 2008 22:42
Ein neuer Rekordstand und geringere Hoffung auf weiter sinkende Zinsen hat die US-Börsen in die Verlustzone getrieben. Besonders belastet waren Fluggesellschaften.
Neue Rekordstände beim Ölpreis und sinkende Zinssenkungshoffnungen haben die wichtigsten US-Aktienindizes am Mittwoch belastet. Im Tagesverlauf war der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) erstmals über 133 US-Dollar geklettert.Der Dow Jones Industrial (DJIA) fiel bis Handelsende um 1,77 Prozent auf 12.601,19 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 1,61 Prozent auf 1390,71 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq sank der Composite-Index um 1,77 Prozent auf 2448,27 Zähler. Der Nasdaq 100 gab um 2,19 Prozent auf 1956,80 Zähler nach.
Mit der Veröffentlichung des Protokolls der letzten US-Notenbanksitzung hatte die Federal Reserve ihre Wachstumsprognosen für 2008 und 2009 gesenkt und die Inflationsschätzungen angehoben. Zudem deutet das Protokoll Experten zufolge auf ein mögliches Ende der Zinssenkungen in den USA hin.
Ölwerte konnten sich vor dem Hintergrund der Rekordfahrt des Rohstoffes im Dow Jones noch am besten halten. Allerdings konnten auch sie nicht verhindern, dass zu Handelsende kein einziger Titel im weltweit bekanntesten Aktienindex im Plus schloss. Chevron beendete den Handel als bester Wert 0,07 Prozent tiefer bei 103,02 Dollar. Exxon Mobil verloren ebenfalls unterdurchschnittliche 0,94 Prozent auf 93,67 Dollar.
In anderen Branchen löste der Rekord-Ölpreis allerdings Entsetzen aus. Aktien von Airlines gerieten kräftig unter Druck, nachdem American Airlines als Reaktion auf die immer weiter steigenden Treibstoffpreise seine US-Flüge massiv zusammenstreichen will. Zusätzlich belastet wurde der Sektor von einer negativen Analystenäußerung. Die Experten von Lehman Brothers hatten die Kursziele für einige Unternehmen gesenkt.
Die Titel des American-Airlines-Mutterkonzerns AMR brachen um 24,15 Prozent auf 6,22 Dollar ein. UAL (United Airlines) verbilligten sich sogar um 29,50 Prozent auf 8,15 Dollar. US Airways gaben 22,13 Prozent auf 5,35 Dollar ab. Continental Airlines verloren 13,15 Prozent auf 14,20 Dollar. Delta Air Lines beendeten den Handel 16,38 Prozent tiefer bei 5,77 Dollar.
Time Warner legten um 0,56 Prozent auf 16,24 Dollar zu. Der weltgrößte Medienkonzern erhält im Zuge der kompletten Trennung von seiner Kabelnetzsparte 9,25 Milliarden US-Dollar, während die Time-Warner-Cable-Aktionäre eine Einmal-Dividende von 10,27 Dollar bekommen. Die Anteilscheine der Kabelnetzsparte kletterten um 3,47 Prozent auf 31,27 Dollar.
An der Nasdaq verloren Adolor nach einem sehr festen Start schließlich 1,68 Prozent auf 5,28 Dollar. Anleger hatten zunächst erfreut reagiert, nachdem die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) dem Biotechunternehmen und dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline grünes Licht für das Medikament Entereg zur Behandlung von Darmverschluss erteilt hatte. (dpa-afx)