Derweil werden in den USA offenbar weitere Hilfsmaßnahmen vorbereitet, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Kreise berichtete, erwägt das Weiße Haus eine deutliche Senkung der Mindestkapitalquote, mit der die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac ihre Geschäfte unterlegen müssen. Dies solle den beiden Unternehmen ermöglichen, mehr Kredite aufzukaufen und so dem schwachen Immobilienmarkt wieder auf die Beine zu helfen. Freddie Mac und Fannie Mae vergeben nicht selbst Hypothekendarlehen, sondern kaufen sie von traditionellen Banken auf. Die Darlehen werden gebündelt und als Sicherheit für Wertpapiere genutzt, die dann wiederum auf dem Kapitalmarkt veräußert werden.
Bereits Ende Februar hatten die US-Aufsichtsbehörden die Regeln für die beiden Gesellschaften gelockert und die zuvor geltende Obergrenze für deren Geschäft aufgehoben. Die staatlich beaufsichtigten Finanzierer dürfen angesichts des eingebrochenen Markts nun mehr Hypotheken aufkaufen. Die zwei von der öffentlichen Hand gegründeten Institute besitzen staatliche Kreditgarantien. Als größte Geldquelle für US-Hauskredite stehen sie derzeit hinter rund 40 Prozent aller Hypotheken. Allerdings waren in den vergangenen Jahren die Eigenkapitalvorschriften verschärft worden, nachdem es zu Bilanzskandalen gekommen war.