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Internationale Finanzkrise: 

Gerüchte um HBOS schüren Ängste der Händler

19. Mrz 2008 15:28
Börsenmakler an der Frankfurter Börse
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Die Angst vor dem nächsten Kollaps in der Bankenbranche lässt die US-Zinssenkung an den Börsen fast wirkungslos verpuffen: Der größte britische Hypothekenfinanzierer HBOS soll Liquiditätsprobleme haben.

Die US-Notenbank hat mit ihrer kräftigen Zinssenkung zwar Kurssprünge an den amerikanischen Aktiemärkten ausgelöst. Doch die Hoffnung auf eine nachhaltige Stabilisierung währte nicht lange, denn in Großbritannien droht bereits das nächste Ungemach: Am Mittwoch brachen die Aktien des größten britischen Hypothekenfinanzierers HBOS (Halifax Bank of Scotland) nach Spekulationen um Zahlungsschwierigkeiten um zeitweise fast 20 Prozent ein. Auch die Papiere der Konkurrenten gerieten mit in den Abwärtssog.

Es gebe Gerüchte, die HBOS habe sich bei der britischen Notenbank frisches Geld besorgen wollen, berichtete die «Financial Times». Ein Sprecher des Geldhauses wies die Spekulationen als «völligen Unsinn ohne jegliche Substanz» jedoch zurück. HBOS sei eines der stärksten Finanzinstitute weltweit mit einer «außergewöhnlich starken Bilanz».

Auch Preisdruck im Auge behalten

Die Furcht, dass eine weitere Bank der Kreditkrise zum Opfer fallen könnte, drückte die anfänglich positiven europäischen Börsen ins Minus. «Jede schlechte Nachricht wird aufgebauscht, wenn die Märkte so stark fallen, und jeder springt auf das Trittbrett auf», kommentierte CMC-Markanalyst James Hughes die nervöse Reaktion auf dem Parkett. In Frankfurt verlor der Dax gut ein halbes Prozent, tendierte am späten Nachmittag unverändert. Der europäische Leitindex Eurostoxx und der Londoner FTSE 100 gerieten ebenfalls unter Druck.

Fed-Chef Ben Bernanke
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Die amerikanische Notenbank hatte am Dienstag den US-Leitzinssatz um weitere 75 Basispunkte auf 2,25 Prozent gesenkt. Fed-Chef Ben Bernanke warnte zugleich davor, dass die Finanzmarktkrise die US-Wirtschaft noch eine Weile beschäftigen werde. Mit der Zinssenkung sollen die Risiken für die US-Konjunktur verringert werden, allerdings müsse die Fed auch den Preisdruck im Blick haben, begründete der Notenbanker ihre Entscheidung. Experten hatten mit einem noch größeren Zinsschritt gerechnet.


Nach dem Notverkauf der US-Investmentgesellschaft Bear Stearns sorgten die jüngsten Zahlen der Branche für Erleichterung. So verbuchte Lehman Brothers im ersten Quartal zwar einen drastischen Gewinnrückgang, dennoch fiel die Bilanz besser aus als erwartet. Die US-Investmentgesellschaft hatten so manche an der Wall Street bereits als nächstes Opfer ausgemacht. Auch Goldman Sachs überraschte, obwohl sich der Gewinn halbiert hat.

Hilfen für US-Hypothekenaufkäufer

Derweil werden in den USA offenbar weitere Hilfsmaßnahmen vorbereitet, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Kreise berichtete, erwägt das Weiße Haus eine deutliche Senkung der Mindestkapitalquote, mit der die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac ihre Geschäfte unterlegen müssen. Dies solle den beiden Unternehmen ermöglichen, mehr Kredite aufzukaufen und so dem schwachen Immobilienmarkt wieder auf die Beine zu helfen.

Freddie Mac und Fannie Mae vergeben nicht selbst Hypothekendarlehen, sondern kaufen sie von traditionellen Banken auf. Die Darlehen werden gebündelt und als Sicherheit für Wertpapiere genutzt, die dann wiederum auf dem Kapitalmarkt veräußert werden.

Bereits Ende Februar hatten die US-Aufsichtsbehörden die Regeln für die beiden Gesellschaften gelockert und die zuvor geltende Obergrenze für deren Geschäft aufgehoben. Die staatlich beaufsichtigten Finanzierer dürfen angesichts des eingebrochenen Markts nun mehr Hypotheken aufkaufen. Die zwei von der öffentlichen Hand gegründeten Institute besitzen staatliche Kreditgarantien. Als größte Geldquelle für US-Hauskredite stehen sie derzeit hinter rund 40 Prozent aller Hypotheken. Allerdings waren in den vergangenen Jahren die Eigenkapitalvorschriften verschärft worden, nachdem es zu Bilanzskandalen gekommen war.

 
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