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Börse in Frankfurt: 

Notenbank-Aktion stützt deutschen Aktienmarkt

11. Mrz 2008 11:24, ergänzt 18:37
Eine angekündigte gemeinsame Geldmarktaktion weltweit führender Notenbanken hat am Dienstag zu einer deutlichen Erholung am deutschen Aktienmarkt geführt.

Nach drei Handelstagen mit deutlichen Kursverlusten legte der Leitindex Dax um 1,19 Prozent auf 6524,57 Punkte zu. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 1,86 Prozent auf 8687,04 Zähler. Der TecDax zog um 1,98 Prozent auf 746,75 Punkte an.

Führende Notenbanken, unter ihnen die US-Notenbank Fed, die Europäischen Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE) und die Notenbanken der Schweiz und von Kanada, wollen gemeinsam die Spannungen an den Geldmärkten mindern und Kreditinstitute erneut mit Milliardenbeträgen versorgen. Dieser Schritt sei an den Börsen «bejubelt» worden, doch dürfte dies den Aktienmärkten nur vorübergehend helfen, sagte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. Er sieht in den Kurserholungen nur eine «temporäre Erleichterung», da die Probleme nicht behoben seien. Dabei verwies er auf die Rekordjagd des Euro und des Ölpreises.

Besonders deutlich verlief die Kurserholung bei den zuletzt arg gebeutelten Finanzwerten: So gewannen die Commerzbank-Aktien 2,46 Prozent auf 18,35 Euro und die Anteile der Deutschen Bank verteuerten sich um 2,52 Prozent auf 71,06 Euro. Die Postbank-Aktien stiegen um 2,63 Prozent auf 60,54 Euro.

An der Dax-Spitze legten die Papiere der Hypo Real Estate (HRE) um 3,55 Prozent auf 14,86 Euro zu. Zeitweise waren die Aktien des Immobilienfinanzierers nach Gerüchten über Abschreibungen von 5 bis 7 Milliarden Euro auf 12,95 Euro abgerutscht. Ein Sprecher dementierte diese Größenordnung jedoch. Tags zuvor waren die HRE-Aktien nach Aussagen des Vorstandschefs, die am Markt als «geschönte Gewinnwarnung» interpretiert worden waren, um knapp 14 Prozent eingebrochen.

Im Fokus standen zudem einige Unternehmen mit ihren Jahreszahlen. So zogen im MDax die Lanxess-Aktien um 3,83 Prozent auf 23,61 Euro an, nachdem der Spezialchemiekonzern bekanntgegeben hatte, dass die Profitabilität im vergangenen Jahr überraschend deutlich gestiegen war. Außerdem zeigte sich Lanxess trotz der konjunkturellen Abschwächung in den USA für das laufende Geschäftsjahr optimistisch.

Dagegen verloren EADS-Papiere nach enttäuschenden Zahlen und Ausblick 6,77 Prozent auf 16,11 Euro und notierten damit am MDax- Ende. Hinzu komme, dass der US-Flugzeugbauer Boeing formell Protest gegen den Jahrhundertauftrag der US-Streitkräfte für Tankflugzeuge, den die EADS erhalten hatte, einlegen will, sagten Händler.

Im TecDax gehörten die Titel von United Internet mit plus 4,54 Prozent auf 11,97 Euro zu den gefragten Aktien und waren zeitweise sogar bis auf 12,42 Euro gestiegen. Deutschlands zweitgrößter Internetdienstleister hatte im abgelaufenen Quartal sein Ergebnis deutlich gesteigert. Allerdings fiel er im Wettbewerb um DSL-Kunden hinter seine Ziele zurück, was die Euphorie für die Aktien dann etwas bremste.

Mit Blick auf die internationalen Märkte profitierte der Eurostoxx 50 mit plus 1,71 Prozent auf 3606,59 Punkten von der geplanten konzertierten Aktion der Notenbanken. Auch in Paris und London legten die Börsen deutlich zu. In den USA zeigten sich die wichtigsten Aktienmärkte zum europäischen Handelsschluss ebenfalls mit mehr als 1,5 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,70 Prozent. Der Rentenindex sank um 0,26 Prozent auf 119,56 Punkte. Der Bund Future gab um 0,41 Prozent auf 117,54 Punkte nach. Der Kurs des Euro gab bis zum Abend wieder etwas auf 1,5335 US-Dollar nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,5379 (Montag: 1,5340) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6502 (0,6519) Euro. (dpa-AFX)

 
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