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«Klassischer Crash»: Weltbörsen auf Talfahrt

21. Jan 2008 16:42, ergänzt 22:14
Den Crash vor Augen: Börsianer in Frankfurt
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Was sich schon am Morgen andeutete, wuchs sich bis zum Nachmittag zur Gewissheit aus: Von Panik ergriffene Anleger stießen an den europäischen Börsen massenhaft Papiere ab. Finanztitel litten am meisten.

An den Börsen rund um den Globus hat sich am Montag Panik ausgebreitet. Die Aktienindizes rauschten dramatisch in die Tiefe. Einzelne Börsenwerte mussten zeitweise sogar Verluste im zweistelligen Prozentbereich einstecken. Während sich an den Börsen in Europa und Asien Ausverkaufsstimmung breit machte, herrschte allein an den US-Finanzmärkten Ruhe - sie waren wegen eines Feiertages geschlossen.

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  • Massive Verluste verzeichnete in Frankfurt der deutsche Leitindex Dax. Kaum war der Handel eröffnet, ging es für die Aktien rapide bergab. Bis zum Nachmittag rutschte der Dax um 6,1 Prozent auf 6868 Punkte und fiel damit deutlich unter die Marke von 7000 Punkten. Aus dem Handel ging er bei 6790,19 Zählern und damit 7,16 Prozent unter dem Eröffnungsstand. Mit einem Kurseinbruch um zeitweise 7,54 Prozent stand dabei der größte Tagesverlust seit den Terroranschlägen in den USA am 11. September 2001 zu Buche.

    «Wir sehen den klassischen Crash», sagte ein Händler in Frankfurt. LBBW-Stratege Uwe Streich suchte nach Erklärungen: «Ein möglicher Grund könnte der US-Feiertag sein. Die US-Anleger können am heutigen Tag nach den Verlusten in Asien nicht auf ihrem Heimatmarkt reagieren und verkaufen möglicherweise ihre Papiere in Europa.» Daher entlade sich nun der gesamte Abgabedruck an den europäischen Börsen.

    Nach Ansicht von Börsianern übertreibt der Markt zwar mit den aktuellen Verlusten - allerdings könne derzeit nicht eingeschätzt werden, wann der Boden erreicht sei und der Dax zu einer Erholung ansetzen werde.

    Die Deutsche Börse meldete ein Rekordvolumen in ihrem elektronischen Handelssystem Xetra. Insgesamt seien rund 1,8 Millionen Handelsgeschäfte bewältigt worden, teilte der Marktbetreiber in Frankfurt mit. Der bisherige Rekord habe bei 1,4 Millionen Transaktionen am 17. August vergangenen Jahres gelegen.


    Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) warnte angesichts des Dax-Einbruchs vor Panik. Es gebe für die wirtschaftliche Entwicklung keinen Grund zur Sorge, sagte Glos in Berlin. Die Realwirtschaft sei in ordentlicher Verfassung.

    Die Kurse in Asien und Europa folgten dem Preisverfall an den US-Börsen. Der Dow Jones und Nasdaq-Index hatten im Verlauf der vergangenen Woche rund vier Prozent verloren und auch am Freitag im Minus geschlossen.

    Das von US-Präsident George W. Bush vorgelegte Konjunkturförderpaket könnte nicht ausreichen, hieß es. «Die Wahrscheinlichkeit, dass die USA eine Rezession erleben werden, sind hoch und dieses Szenario wird gerade an den Börsen weltweit gespielt», sagte ein Börsianer in Frankfurt.

    Der Leitindex der Eurozone, der Eurostoxx 50, sackte am Nachmittag um 5,7 Prozent ab. In Paris und London, in Zürich und Madrid ging es ebenfalls kräftig nach unten.

    Bereits am Morgen hatten die asiatischen Handelsplätze kräftige Verluste zwischen vier und mehr als sieben Prozent verbucht. Die Börse in Tokio verlor zum Wochenauftakt 3,86 Prozent. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gab 5,49 Prozent ab, in Indien rutschte der Sensex um 7,41 Prozent ab.

    Finanzwerte standen in Frankfurt besonders unter Druck. So gaben die Aktien von Hypo Real Estate (HRE) um zeitweise mehr als 13 Prozent nach, nachdem sie bereits in der vergangenen Woche rund ein Drittel verloren hatten. Papiere der Postbank verloren rund neun Prozent, die Deutsche Bank gab etwa sieben Prozent ab. Commerzbank-Aktien büßten 6,5 Prozent ein. Händler sagten, die Skepsis gegenüber Finanztiteln sei gerechtfertigt.

    Für Allianz-Aktien ging es bis zum Nachmittag um knapp 8 Prozent nach unten. Börsianer zeigten sich weiter besorgt über die Belastungen für die Tochter Dresdner Bank aus der Kreditmarktkrise. (dpa)

     
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