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Volkswirte erwarten Ölpreis von 200 Dollar

03. Jan 2008 07:17
Händler am New Yorker Warenterminmarkt Nymex
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Der Preis für Rohöl ist angetrieben von Spekulationen erneut kräftig gestiegen. Volkswirte sehen bereits die Konjunktur in Deutschland gefährdet.

Der Ölpreis hat nach dem Anstieg auf 100 Dollar nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) noch lange nicht das sein höchstes Niveau erreicht. «Die Ölvorräte werden zunehmend knapp und das wird die Preise weiter hochtreiben», sagte die DIW-Expertin Claudia Kemfert der «Berliner Zeitung».

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«In fünf Jahren ist ein Ölpreis von 150 Dollar wahrscheinlich, in zehn Jahren sogar ein Preis von 200 Dollar.» Der jüngste Preisschub sei in Teilen spekulationsbedingt. «Der Anteil am Ölpreis, der auf Spekulation zurückzuführen ist, dürfte etwa 20 Prozent betragen», sagte Kemfert. «Eine Entspannung beim Ölpreis ist in den nächsten Wochen deshalb nicht zu erwarten. Ich rechne kurzfristig sogar eher mit einem weiteren Anstieg bis auf 105 Dollar.» Frühestens Ende Januar, wenn die Nachfrage nach Heizöl allmählich nachlasse, sei eine Stabilisierung oder ein Rückgang des Ölpreises vorstellbar.

Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo sorgt sich vor Auswirkungen auf die Inflation in Deutschland. «Wenn der Ölpreis bei 100 Dollar oder mehr bleibt, wird das auf die Inflationsrate durchschlagen», sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen dem «Tagesspiegel». Voraussichtliche Folge wäre eine Schwächung des privaten Konsums, der das Wirtschaftswachstum 2008 eigentlich stärker stützen sollte. «Das könnte unsere Wachstumsprognose für 2008 in Frage stellen», sagte der Ökonom.

Am Mittwoch war der Preis für das Barrel der Sorte Light Sweet Crude mit Lieferdatum Februar zwischenzeitlich auf genau 100 Dollar gestiegen, bevor er auf einem Rekordhoch von 99,62 Dollar schloss. Auch das Nordseeöl der Sorte Brent stieg mit 97,74 Dollar auf vorher nie erreichte Höhen.

Ein Grund für die Rekordjagd des Ölpreises sei die steigende Gewalt im wichtigen Erzeugerland Nigeria, sagten Händler. Dies schüre Ängste vor einer mangelhaften Versorgung mit Rohöl. Auch die Erwartung, dass die US-Ölvorräte die siebte Woche in Folge sinken, beflügle den Preis. Die Lagerdaten werden im Laufe des Tages veröffentlicht. Der fallende Dollarkurs treibt den Preis zusätzlich nach oben, da Rohöl weltweit in der amerikanischen Währung notiert wird. (nz/AP/dpa)

 
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