netzeitung.deEZB pumpt erneut Geld in den Markt

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Ein Neubau in den USA steht zu einem reduzierten Preis zum Verkauf (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein Neubau in den USA steht zu einem reduzierten Preis zum Verkauf
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Die Lage an den internationalen Finanzmärkten hat sich noch immer nicht beruhigt. Die Europäische Zentralbank musste erneut eingreifen - sie sieht sogar eine Verschärfung der Lage.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wegen anhaltender Engpässe am Geldmarkt den Geschäftsbanken erneut zusätzliche Milliarden zur Verfügung gestellt. Mit einem so genannten Schnelltender wurden am Donnerstag 42,245 Milliarden Euro zugeteilt, wie die Notenbank in Frankfurt am Main mitteilte. Der Durchschnittszins für das Geld betrug demnach bei 4,13 Prozent. Der Tender war am Morgen zu einem Mindestsatz von 4,00 Prozent ausgeschrieben worden.

Nach den Turbulenzen infolge der US-Immobilienkrise hatte die EZB im August bereits vier Mal zusätzliche Milliarden in den Markt gepumpt, um Liquiditätsengpässen bei den Banken zu vermeiden. Wegen der Krise gewähren sich die Geschäftsbanken untereinander nicht im üblichen Maß Kredite, so dass die kurzfristigen Zinsen an den Geldmärkten deutlich gestiegen sind. Notenbanken weltweit sprangen deshalb ein.

Bereits am Mittwoch hatte die EZB mitgeteilt, aus ihrer Sicht habe sich die Lage am europäischen Geldmarkt - dem Handel zwischen den Banken - wegen starker Schwankungen wieder verschärft. Die Notenbank stehe bereit, zu geordneten Bedingungen am Euro-Geldmarkt beizutragen.

Am Donnerstag beriet die Europäische Zentralbank (EZB) auch über das Zinsniveau im Euro-Raum. Wegen der Turbulenzen an den Märkten rechneten die meisten Ökonomen damit, dass die Notenbank auf ihre ursprünglich geplante Zinserhöhung verzichten und den Leitzins bei 4,0 Prozent belassen wird. Die Entscheidung der EZB sollte am Nachmittag bekannt gegeben werden.

Die US-Notenbank Fed geht unterdessen davon aus, dass sich die Immobilienkrise zumindest bislang kaum negativ auf die übrige Wirtschaft ausgewirkt hat. Die Verknappung von Krediten als Folge der Immobilienkrise habe allerdings die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärft, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht.

Die meisten Banken hätten ihre Richtlinien für die Vergabe von Hypothekenkrediten verschärft, hieß es. Das so genannte Beige Book der Fed war mit Spannung erwartet worden, erhoffen sich Analysten doch Hinweise auf die weitere Zinspolitik der Notenbank. Viele Ökonomen rechnen damit, dass die Zentralbank bei ihrer nächsten regulären Sitzung am 18. September den Leitzins um mindestens 0,25 Punkte senken wird. (nz/dpa/ap)