01.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Händler an der New Yorker Börse
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Dass die US-Wirtschaft sich 2007 weiter abkühlen wird, ist für die meisten Bankvolkswirte bereits ausgemacht. Auch Zinssenkungen gelten als sicher. Manche Experten halten die Konjunktur aber für robuster als erwartet.
Experten sind sich uneins, wie sich die US-Wirtschaft im neuen Jahr entwickeln wird. Die überwiegende Mehrheit der Bankvolkswirte geht davon aus, dass sich die amerikanische Konjunktur abschwächen wird, eine Rezession halten die meisten indes für ausgeschlossen. Einige halten aber auch Überraschungen für möglich und erwarten eine robuste Entwicklung der Konjunktur.
Ob die US-Wirtschaft sich abschwächt, hängt in hohem Maße von der Entwicklung der Immobilienmärkte ab. Diese beeinflussen erheblich die Konsumlaune der Verbraucher, und die ist das Rückgrat der US-Wirtschaft. Die FX Direkt Bank schätzt, dass der Immobilienmarkt im laufenden Jahr schwächeln wird. Steigende Aktienkurse und Einkommen würden aber dem Konsum Rückhalt geben, hieß es. Insgesamt sei deshalb ein schwächeres, aber robustes Wachstum zu erwarten.
Schwacher Immobilienmarkt Auch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) geht von sinkenden Umsätzen und Preisen am Immobilienmarkt aus. Ein Übergreifen auf die gesamte US-Wirtschaft sei indes nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Sinkende Ölpreise und boomende Aktienmärkte deuteten auf ein «positives Überraschungspotenzial» der US-Konjunktur hin, heißt es bei den Helaba-Volkswirten.
Deutlich pessimistischer gibt sich die Fondstochter der Deutschen Bank
, DWS: Zusammen mit niedrigen Investitionen in der Bauwirtschaft bewirke die verhaltene Stimmung der Verbraucher eine merkliche Abschwächung der US-Konjunktur. Stützend wirkten nur die Unternehmens-Investitionen.
Eine zentrale Rolle dürfte deshalb die Geldpolitik der US-Notenbank Fed spielen. Mögliche Zinssenkungen würden stützend wirken, meint Analystin Georgia Bush von der Citibank. «Die jüngsten Kursgewinne in den USA deuteten darauf hin, dass der Markt eine so genannte 'weiche Landung' der Wirtschaft erwartet», deutet die Expertin den Kursverlauf der vergangenen Wochen. So hatte der US-Leitindex Dow Jones von Jahresbeginn bis kurz vor Weihnachten um gut 16 Prozent zugelegt. Eine Rezession sei deshalb unwahrscheinlich.
Zinssenkungen erwartetDie meisten Bankvolkswirte gehen davon aus, dass die Fed den Leitzins 2007 senken wird. Umstritten ist jedoch, in welchem Umfang und Intervall. Commerzbank und Deka-Bank sehen den Leitzins nach zwei Zinsschritten zur Jahresmitte bei 4,75 Prozent. Die WestLB rechnet sogar mit drei Zinssenkungen und 4,5 Prozent. Derzeit liegt der Leitzins bei 5,25 Prozent. Die Bremer Landesbank hält sogar vier Prozent zur Jahresmitte für möglich.
Die Helaba teilt indes nicht den Optimismus der Kollegen. Die Fed sehe sich einem hohen Inflationsdruck ausgesetzt, der vor allem durch steigende Lohnstückkosten und eine wachsende Kapazitätsauslastung signalisiert werde. Die Fed könnte deshalb anders als die überwiegende Mehrheit vermutet die Zinsen sogar weiter anheben. Die Helaba sieht den Leitzins deshalb zum Jahresende 2007 bei 5,75 Prozent. (nz)