Iran-Konflikt sorgt für steigenden Ölpreis
Iran drohte am Dienstag indirekt damit, Öl-Exporte aus dem Persischen Golf zu blockieren. «Wenn nötig, wird das Land jede Waffe nutzen, um sich selbst zu schützen», sagte Öl-Minister Kasem Wasiri Hameneh am Dienstag der Nachrichtenagentur Fars auf die Frage, ob Teheran Öl als Waffe einsetzen würde. Am Sonntag hatte die iranische Regierung angekündigt, trotz vom Weltsicherheitsrat beschlossener Sanktionen das Programm zur Urananreicherung fortzusetzen und zu beschleunigen. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag erstmals Sanktionen gegen das Land verhängt.
Der Iran leidet laut einer Studie der Johns Hopkins Universität unter einem starken Rückgang der Einnahmen aus dem Ölexport. Sollte der Trend anhalten, könnten die Einnahmen bis 2015 praktisch versiegen. Die wirtschaftlichen Probleme könnten das Land destabilisieren, sagte der Autor der Studie, Roger Stern, der Zeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences».
Die Analyse stützt den von den USA und anderen westlichen Staaten geäußerten Verdacht, dass der Iran die Entwicklung von Atomwaffen vorantreibe. Doch kann es laut Stern sein, dass das Land die Atomkraft für zivile Zwecke tatsächlich «so dringend benötigt, wie es das behauptet». Die Ölförderung gehe zurück, und Öl und Gas werden im Iran zu hoch subventionierten Preisen verkauft. Zugleich werde es versäumt, Einnahmen aus der Ölförderung zu reinvestieren.
2004 machten die Gewinne aus dem Ölgeschäft 65 Prozent der staatlichen Einnahmen aus. Außerdem würden Lecks in den Raffinerien nicht abgedichtet. «Das summiert sich zu einem Verlust von zehn bis elf Milliarden Dollar jährlich», sagte Stern. «Das bietet das Bild einer zusammenbrechenden Industrie.» In einigen Jahren werde der Iran daher möglicherweise politisch viel konzilianter reagieren. Eine Militäraktion der USA gegen Teheran wäre deswegen nicht ratsam, sagte Stern. «Das einzige, was das Land derzeit einen könnte, wäre, es zu bombardieren. Hier ist ein Problem, das sich vielleicht von selbst löst.» (nz)

