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Iran-Konflikt sorgt für steigenden Ölpreis

26. Dez 2006 11:51, ergänzt 13:49
Ölförderung
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Der Ölpreis hat nach Irans Reaktion auf das UN-Embargo zugelegt. Die Ölexporte des Landes könnten laut einer Studie in wenigen Jahren versiegen.

Die Konfrontation zwischen den Vereinten Nationen und Iran hat Händlern zufolge die Nachfrage nach Rohöl steigen lassen. Im elektronischen Handel an der New Yorker Warenterminbörse Nymex kosteten Kontrakte auf ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl zur Lieferung im Februar 63,10 Dollar und damit 69 Cent mehr als vor der Weihnachtspause. Wenn die angespannte Situation anhalte, könnte der Ölpreis wieder die Marke von 65 Dollar testen, sagte ein Öl-Analyst dem Wirtschaftsdienst Bloomberg.

Iran drohte am Dienstag indirekt damit, Öl-Exporte aus dem Persischen Golf zu blockieren. «Wenn nötig, wird das Land jede Waffe nutzen, um sich selbst zu schützen», sagte Öl-Minister Kasem Wasiri Hameneh am Dienstag der Nachrichtenagentur Fars auf die Frage, ob Teheran Öl als Waffe einsetzen würde. Am Sonntag hatte die iranische Regierung angekündigt, trotz vom Weltsicherheitsrat beschlossener Sanktionen das Programm zur Urananreicherung fortzusetzen und zu beschleunigen. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag erstmals Sanktionen gegen das Land verhängt.

Vermögen eingefroren

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    Der Iran leidet laut einer Studie der Johns Hopkins Universität unter einem starken Rückgang der Einnahmen aus dem Ölexport. Sollte der Trend anhalten, könnten die Einnahmen bis 2015 praktisch versiegen. Die wirtschaftlichen Probleme könnten das Land destabilisieren, sagte der Autor der Studie, Roger Stern, der Zeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences».

    Iran könnte Atomkraft brauchen

    Der Iran nimmt mit Ölexporten jährlich etwa 50 Milliarden Dollar ein. Der Rückgang wird auf jährlich zehn bis zwölf Prozent geschätzt. Damit könnte sich der Export in weniger als fünf Jahren halbieren und bis 2015 ganz zum Erliegen kommen. Die Ablehnung ausländischer Investitionen zur Entwicklung neuer Ölquellen und mangelhafte staatliche Planung trügen zu den Problemen bei.

    Die Analyse stützt den von den USA und anderen westlichen Staaten geäußerten Verdacht, dass der Iran die Entwicklung von Atomwaffen vorantreibe. Doch kann es laut Stern sein, dass das Land die Atomkraft für zivile Zwecke tatsächlich «so dringend benötigt, wie es das behauptet». Die Ölförderung gehe zurück, und Öl und Gas werden im Iran zu hoch subventionierten Preisen verkauft. Zugleich werde es versäumt, Einnahmen aus der Ölförderung zu reinvestieren.

    Militäraktion nicht ratsam

    Angesichts der starken Nachfrage im Inland und schlechtem Management könne die Atomkraft, von Russland finanziert, einen real vorhandenen Bedarf für mehr Strom decken. Der Iran produziert täglich etwa 3,7 Millionen Barrel Öl, etwa 300.000 Barrel weniger als von der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) für das Land vorgesehen. Die Differenz bedeutet laut Stern einen Verlust von 5,5 Milliarden Dollar jährlich.

    2004 machten die Gewinne aus dem Ölgeschäft 65 Prozent der staatlichen Einnahmen aus. Außerdem würden Lecks in den Raffinerien nicht abgedichtet. «Das summiert sich zu einem Verlust von zehn bis elf Milliarden Dollar jährlich», sagte Stern. «Das bietet das Bild einer zusammenbrechenden Industrie.» In einigen Jahren werde der Iran daher möglicherweise politisch viel konzilianter reagieren. Eine Militäraktion der USA gegen Teheran wäre deswegen nicht ratsam, sagte Stern. «Das einzige, was das Land derzeit einen könnte, wäre, es zu bombardieren. Hier ist ein Problem, das sich vielleicht von selbst löst.» (nz)

     
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