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Ölpreis verharrt nahe Rekordstand

17. Jul 2006 09:02
Händler an der Warenterminbörse in New York Foto: dpa
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Die Lage am Ölmarkt bleibt angesichts der israelischen Angriffe im Libanon sehr angespannt. Der Preis für ein Barrel stand nur knapp unter 78 Dollar.

Der Ölpreis hat sich am Montag wieder leicht erhöht – bliebt jedoch knapp unter dem Rekordstand aus der vergangenen Woche. Ein Barrel (159) Liter) der Sorte WTI kostete im asiatischen Handel 77,50 Dollar. Das sind 47 Cent mehr als noch am Freitag.

Damit bleibt der Preis nur knapp unter dem Höchststand von 78,40 Dollar je Barrel, der in vergangenen Woche erreicht wurde. Trotz der leichten Entspannung an den Rohölmärkten bleibt die Marke von 80 Dollar nach Einschätzung von Experten weiter in Reichweite.

Nahost-Krise drückt Stimmung

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«Der Konflikt um Israel belastet die Ölmärkte zwar eigentlich nicht direkt, drückt aber eindeutig auf die Stimmung», sagte Rohstoffstratege Tobin Gorey bei der Commonwealth Bank. Am Markt herrsche die Sorge, dass die Instabilität im Nahen Osten auf die gesamte Region übergreifen könnte.

Unter den Wirtschaftsforschern wächst zudem die Sorge, dass der hohe Ölpreis die Konjunktur in Deutschland belasten könnte: «Wenn der Ölpreis weiter durch politische oder militärische Risiken in die Höhe getrieben wird, schlägt das direkt auf die deutsche Konjunktur durch», sagte der Konjunkturexperte vom Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».

Wachstumsprognose in Gefahr

Angesichts der ohnehin zu erwartenden Belastungen durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer sei zu befürchten, «dass der Absturz der deutschen Wirtschaft im nächsten Jahr umso stärker ausfällt». Ihrer Konjunkturprognose für die Bundesregierung hätten die führenden deutschen Forschungsinstitute einen Ölpreis von 65 Dollar zu Grunde gelegt, sagte Döhrn.

Ähnlich hatte sich bereits Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Gespräch mit der Netzeitung geäußert. Sie warnte jedoch vor zu viel Panik: «Die Konjunktur ist recht robust, und durch eine wachsende Energieeffizienz sowie eine zunehmende Abkoppelung der Wirtschaft von den Energiepreisen sind die Auswirkungen nicht so stark», sagte sie. (nz)

 
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