12.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ölterminal in Nigeria
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der nach der Entführung von Ölarbeitern in Nigeria deutlich gestiegene Ölpreis hat am Freitag wieder nachgegeben. Die verschleppten Arbeiter wurden in der vergangenen Nacht freigelassen.
Die Ölarbeiter des italienischen Energiekonzerns Eni sind einen Tag nach ihrer Entführung in Nigeria wieder freigelassen worden. Das teilte der Konzern am Freitag in Rom mit. Sie seien bei guter Gesundheit. Die Arbeiter waren am Donnerstag auf dem Weg zur Arbeit verschleppt worden. Die italienische Regierung hatte erklärt, einer der Entführten sei Italiener.
Am Freitag gab auch der Preis für Rohöl, der nach der Verschleppung deutlich angezogen hatte, wieder nach. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte WTI im elektronischen Handel an der New Yorker Warenterminbörse Nymex 72,76 Dollar. Das waren 56 Cent weniger als zum Handelsschluss am Donnerstag. Händler führten zudem Gewinnmitnahmen an nach dem deutlichen Kursanstieg vom Vortag.
US-Ölarbeiter erschossen Der Angriff auf die ausländische Ölarbeiter in Nigeria war der zweite innerhalb von 24 Stunden. Am Mittwoch wurde ein amerikanischer Ölarbeiter in seinem Auto auf dem Weg zur Arbeit erschossen. Aufständische versuchen seit Jahren, mit Anschlägen die Ölförderung des größten Ölproduzenten des afrikanischen Kontinents zu sabotieren. Die Rebellen wollen mit ihren Aktionen eine stärkere Beteiligung an den Öleinnahmen des westafrikanischen Staates erzwingen.
Die angespannte Lage in Nigeria sowie der anhaltende Atomstreit mit dem Iran sorgten in den vergangenen Monaten immer wieder für Verunsicherung an den weltweiten Ölmärkten. (nz)