netzeitung.deEntführungen in Nigeria treiben Ölpreis

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Ölanlage in Nigeria. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ölanlage in Nigeria.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Nigeria sind mindestens zwei Ausländer verschleppt worden. Der Ölpreis stieg daraufhin deutlich.

Angesichts der Entführung von ausländischen Ölarbeitern in Nigeria ist der Ölpreis weiter gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete am Donnerstag 72,89 Dollar und damit 76 Cent mehr als am Vortag. Der afrikanische Staat ist der zwölfgrößte Erdölproduzent und der führende Ölexporteur Afrikas. In der Regel fördert das Land rund 2,5 Millionen Barrel pro Tal und trägt damit etwa drei Prozent zum globalen Ölangebot bei.

Angesichts der Aktionen der Aufständischen im Delta-Gebiet, der wichtigsten Förderregion des afrikanischen Landes, ist der Export inzwischen aber deutlich gesunken: Verschiedene Medien sprechen von einem Minus zwischen 15 und 25 Prozent. So lässt beispielsweise Shell angesichts der Angriffe und Drohungen inzwischen die Produktion von täglich 455.000 Barrel ruhen.

Amerikaner erschossen
Wie das italienische Außenministerium in Rom mitteilte, ist einer der Entführten Italiener. Mit ihm seien möglicherweise zwei weitere Menschen verschleppt worden. Nach Angaben der nigerianischen Polizei wurden zwei Männer im Süden des Landes entführt, als sie auf dem Weg zur Arbeit waren. Am Dienstag war ein amerikanischer Mitarbeiter einer Ölfirma erschossen worden. Wer hinter den Taten steckt, ist nicht bekannt.

Einen Tag zuvor hatten Aufständische Attentate auf ausländische Mitarbeiter von Ölfirmen angekündigt. Die Gruppe nennt sich «Bewegung für Emanzipation im Nigerdelta». Sie hat in den vergangen Monaten Sabotageakte gegen Ölanlagen verübt und mehrere Ausländer entführt. Im Juni vergangenen Jahres wurden in der Region zwei deutsche Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger verschleppt, sie kamen nach drei Tagen wieder frei

Die Aufständischen fordern, dass mehr Geld aus den Öleinnahmen der vielfach unterhalb der Armutsgrenze lebenden Bevölkerung im Delta-Gebiet zu Gute kommt. (nz)