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Premiere-Aktien brechen drastisch ein

21. Dez 2005 13:34, ergänzt 14:15
Ein schwerer Schlag für das Unternehmen: Die Bundesligarechte gehen an Kabel Deutschland. Der Börsenwert des Bezahlsender fiel fast um die Hälfte.

Mit fast schon panikartig anmutenden Verkäufen haben die Aktionäre von Premiere auf die Vergabe der Bundesligarechte für das Pay-TV an Arena, eine Tocher des Kabelnetzbetreibers Unity Media. Die Aktien verloren bis zu 44 Prozent. Die Aktie war am 9. März zu 28 Euro erstmals an der Börse gehandelt werden. Kurzzeitig war die Aktie auf bis zu 33,35 Euro gestiegen, gab dann aber kontinuierlich ab.

Der Ligaverband DFL hatte zuvor die Entscheidung zur Vergabe der Bundesligarechte bekannt gegeben. Die Pay-TV-Rechte erhält demnach Arena, eine hundertprozentige Tochter der Kölner Unity Media. Das Unternehmen ist aus dem Zusammenschluss der Kabelnetztreiber Ish, Iesy und Telecolumbus hervorgegangen. Der bisherige Bundesliga-Partner Premiere geht hingegen bei den Fernsehrechten leer aus. Die wichtigsten Free-TV-Rechte erhält erneut die ARD.

«Gravierende Zerreißprobe»

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  • Das im M-Dax notierte Papier hatte bereits am Morgen deutlich abgegeben. Mehrere Zeitungen hatten übereinstimmend berichtet, dass das Konsortium um KDG und ARD bessere Chancen für einen Zuschlag habe als Premiere. Der Bezahlsender hatte sich mit dem ZDF zusammengetan und zwar mehr Geld geboten, zugleich aber eine Ausstrahlung der Liga-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen erst am späten Samstagabend erlauben wollen.

    Analyst Christian Schindler sah den Bezahlsender damit «vor eine gravierende Zerreißprobe gestellt». Es gebe keine genauen Angaben darüber, wie viele Kunden durch die Vergabe der Rechte an die Konkurrenz verloren gingen. Zuletzt hatte der Sender etwa 3,4 Millionen zahlenden Abonnenten in der Kundenkartei und wollte die Zahl bis zum Jahresende auf 3,6 Millionen steigern. «In jedem Fall wird es zu einer Neubewertung kommen», kündigte Wertpapier- Experte Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz an.

    «Harter Schlag»

    Händler hatten bereits zuvor gewarnt, eine Nichtberücksichtigung bei den Pay-TV-Rechten wäre eine «sehr schlechte Nachricht» für Premiere. Ein Aktienhändler bezeichnete die Entwicklung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX als «harten Schlag».

    Andere Händler ließen sich zitieren, die Nachricht sei ein «Desaster» für das Unternehmen. Premiere ist stark von den Live-Übertragungen von Fußballspielen abhängig. Kunden können das Fußball-Angebot einzeln, aber auch in Kombination mit anderen Angeboten buchen. (nz)

     
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