netzeitung.deAnleger empören sich über Springer-Angebot

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Während Springer für Stammaktien von ProSiebenSat1 mehr als 23 Euro pro Stück bezahlt, sollen Besitzer von Vorzügen lediglich 14,10 Euro je Aktie erhalten. Für Aktienhändler ist das «eine Frechheit». Thema: Springer kauft ProSiebenSat1 Friede Springer lässt sich Mehrheit durch Übernahme von ProSiebenSat1 nicht nehmen Springer wird mit ProSiebenSat1 verschmolzen Springer-Chef Döpfner ergreift mit Kauf von ProSiebenSat1 «einzigartige Gelegenheit» Springer sucht Geld für ProSieben-Kauf Springer-Verlag prüft Bücher von ProSiebenSat.1 ProSiebenSat.1 will noch mehr sparen Springer-Verlag hält Umsatz stabil

Aktienhändler und Aktionärsverbände sind empört über die Übernahmeofferte von ProSiebenSat1 durch den Axel Springer Verlag
. Das Pflichtangebot für die im M-Dax notierten Vorzugsaktien des TV-Unternehmens
sei ein «Schlag ins Gesicht der Kleinaktionäre», sagte ein Händler der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Händler kritisieren, dass die Stammaktien für 23,37 Euro pro Stück den Besitzer wechseln, während Springer die Vorzüge für 14,10 Euro pro Stück an sich bringen will. Diesen Preis gab der Verlag am Freitag in Berlin an. Nach der Übernahme der stimmlosen Vorzugsaktien will Springer Verlag und TV-Gruppe zu einem Konzern verschmelzen.
Händler rechnet mit Klagen
Aus bewertungstechnischer Sicht gebe es keinen Grund für die große Differenz zwischen Stämmen und Vorzügen, sagte der Händler weiter. «Das zeigt, dass Springer nur an den Stämmen interessiert ist», kommentierte er. Der Händler rechnet jetzt mit Anfechtungsklagen der Vorzugsaktionäre.

«Die Kleinaktionäre und Fondsgesellschaften regen sich zurecht auf», sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der Netzeitung. Aus Sicht des Verbandes sei das Verhalten des Verlags «nicht nachvollziehbar» und zeige, wie hoch das Stimmrecht bewertet werde. Für ihn ist die Situation ein Signal, dass «endlich Schluss sein muss mit Vorzugsaktien».

Angebot nachbessern
Am Freitagmittag wurden die ProSiebenSat1-Papiere mit gut 15 Euro gehandelt und lagen damit mehr als ein Prozent über dem Vortagesschluss. Zum Handelsstart hatten sie noch Abschläge verzeichnet. Die Anleger hoffen offensichtlich darauf, im Zuge der Verschmelzung mehr als die von Springer genannte vorläufige Summe von 14,10 Euro je stimmlosen Anteilsschein zu erhalten.

Das Angebot sei «eine Frechheit», sagte ein anderer Händler. Wieder einmal würden die Kleinaktionäre «veralbert». (nz)