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Google gibt dem Technologiesektor Hoffnung

20. Aug 2004 09:07
Der Börsengang von Google ist doch noch ein großer Erfolg geworden - zumindest für die Aktionäre. Die Google-Gründer können dagegen nicht ganz zufrieden sein.

Der Internetsuchdienst Google hat mit seinem Börsengang zu guter Letzt doch noch die hohen Erwartungen erfüllt. Die Aktien des Konzerns legten am ersten Handelstag um 18 Prozent auf knapp über 100 Dollar zu – und das in einem ansonsten schwachen Marktumfeld: Der Nasdaq Composite verlor am gleichen Tag 0,6 Prozent. Wer 200 Aktien für insgesamt 17.000 Dollar gekauft hatte, verbuchte zu Handelsschluss einen Gewinn von 3000 Dollar. Zumindest auf dem Papier.

Ein wichtiges Ziel der Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page wurde aber nicht erreicht: Spekulationsgewinne in den ersten Handelstagen zu vermeiden. Eine möglichst hoher Ausgabepreis sollte langfristig orientierte Investoren anziehen und keine kurzfristigen Spekulanten. Die dafür gewählte «holländische Auktion» zur Vergabe der Aktien war aber ein regelrechter Flop. Der Emissionspreis musste mangels Interesse an der Auktion gesenkt werden.

Keine Lust auf eine Auktion

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  • Die Google-Aktien waren mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar die Papiere mit dem höchsten Handelsvolumen an der Nasdaq – was aber auch an dem hohen Preis der Aktie lag. Denn Intel, Cisco und Microsoft kamen mit einer höheren Zahl an gehandelten Aktien auf ein deutlich geringeres Volumen. Insgesamt wurden 22,1 Millionen Google-Aktien umgesetzt – mehr als das Unternehmen beim Börsengang ausgegeben hat.

    Der Grund für den so deutlichen Kurssprung lag im reduzierten Emissionspreis. Für einige Investoren war die ursprüngliche Preisspanne von 108 bis 135 Dollar einfach zu hoch. Viele lehnten auch die von Google gewählte «holländische Auktion» ab. Als das Unternehmen dann am Dienstag die Preisspanne für die Aktien auf 85 bis 95 Dollar senkte, war es zu spät. Die Auktion war abgeschlossen, neue Gebote konnten nicht mehr abgegeben werden. Für viele war der erste Handelstag damit die erste Chance, Aktien von Google zu erwerben. Sie machten rege Gebrauch davon.

    Gewinne mitgenommen

    Hintergrund:
    Gehandelt wurde in den ersten Stunden aber größtenteils von kleinen Privatanlegern. Wie das «Wall Street Journal» (WSJ) am Freitag auf seiner Internetseite berichtete, lag die durchschnittliche Größe eines Geschäfts bei 307 Aktien. Die Zeitung beruft sich dabei auf Daten des Analystenhauses Birinyi Associates. Zum Vergleich: Bei Microsoft lag die durchschnittliche Handelsgröße bei 613 Aktien. Der hohe Umsatz bei Google spricht außerdem dafür, dass viele kleine Investoren die Gewinne des ersten Handelstages mitgenommen haben.

    Das Vertrauen, dass der Kursanstieg von Dauer ist, scheint nicht sehr hoch zu sein. Immerhin ist Google auf Basis des Gewinns je Aktie laut «WSJ» auch teuerer als die des Internetportals Yahoo!. Der Börsenwert von Google ist mit 27 Milliarden Dollar höher als der von Amazon.com und General Motors.

    Mitarbeiter feiern nicht

    Mit dem hohen Kurssprung hat das Unternehmen nach Meinung von Experten mögliche Klagen verhindert. Die Gründer hatten im amerikanischen «Playboy» ein Interview gegeben und damit möglicherweise gegen die so genannte Schweigeperiode verstoßen. Zudem wurden in den vergangenen Jahren Aktien und Optionen an Mitarbeiter und Berater von Google ausgegeben, ohne diese bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC anzumelden.

    Die Google-Mitarbeiter haben den Börsengang nicht zum feiern genutzt – auch wenn viele von ihnen jetzt Millionäre sind. «Es war business as usual», sagte ein Manager laut einem Bericht der «New York Times» (NYT). Es habe weder Champagner noch eine After-work-Party gegeben. (nz)

     
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