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Google weiß nicht wohin mit dem Geld

17. Aug 2004 09:13, ergänzt 09:27
Am Mittwoch sollen die Aktien von Google erstmals an der Nasdaq gehandelt werden. Bisher hat das Unternehmen aber noch keinen Plan, was es mit dem ganzen Geld aus dem Börsengang überhaupt anfangen soll.

«Wir haben bisher keine spezifischen Pläne». So beschreibt die Internetsuchmaschine Google in ihrem Börsenprospekt, was sie mit den rund 1,7 Milliarden Dollar, die der Konzern aus dem Börsengang einnehmen will, machen will. Am Mittwoch dieser Woche sollen die Aktien des Unternehmens erstmals an der Börse gehandelt werden.

Geld braucht Google - noch - nicht wirklich. Auf den Bankkonten des Unternehmens liegen bereits rund 550 Millionen Dollar. Akquisitionen stehen zudem nicht auf der Agenda. Seit Anfang 2002 hat das Unternehmen gerade einmal fünf Übernahmen getätigt, keine davon hatte einen größeres Volumen als 100 Millionen Dollar. Die Google-Führung sei nicht für große Übernahmen zu haben, zitierte das «Wall Street Journal» (WSJ) am Dienstag informierte Kreise.

Also wohin mit dem vielen Geld? Die Gründer haben laut «WSJ» immer betont, sie würden das Unternehmen an die Börse bringen, damit die Investoren und Angestellten endlich ihre Aktien, die sie schon erhalten haben, verkaufen können.

Konkurrenz wächst

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Künftig könnte Google aber auf eine gefüllte Kriegskasse angewiesen sein. Versuchen doch gerade die großen Konzerne Microsoft und Yahoo! Google seinen Spitzenplatz als Suchmaschine streitig zu machen. Yahoo! benutzt seit Februar diesen Jahres eine eigene Suchtechnologie und beendete damit eine lange Partnerschaft mit Google. Microsoft arbeitet noch an der eigenen Technik, will sie aber noch in diesem Jahr auf den Markt bringen. Dem «WSJ» zufolge ist auch nicht auszuschließen, dass Google selber Inhalte kreiert und damit den Weg zu einem Portal – wie eben Yahoo! oder auch Lycos – einschlägt.

Schon jetzt ist bekannt, dass Google sich künftig nicht allein auf seine Suchtechnologie verlassen wird. Mit «Gmail» will das Unternehmen in das Geschäft mit Email-Accounts einsteigen. Im Börsenprospekt heißt es zudem, dass der Ausbau des internationalen Geschäfts «für den langfristigen Erfolg sehr wichtig ist».

Google will Google bleiben

Hintergrund:
Ein weiteres Feld ist eine Suchtechnologie für Festplatten, mit deren Hilfe gesammelte Daten besser sortiert werden können. Microsoft, Apple und Yahoo! arbeiten bereits an einer solchen Technik. Google hat dies bisher nicht bestätigt, Experten schätzen aber, dass die Suchmaschine mit einem solchen Produkt über kurz oder lang auf den Markt kommen wird.

Bisher hat Google immer wieder betont, Google bleiben zu wollen. Im Interview mit dem amerikanischen Männermagazin «Playboy» spricht Gründer Larry Page offen über die Sorge, wie Google auch nach dem Börsengang seine etwas andere Unternehmenskultur und die «spaßigen Elemente» beibehalten kann. In einem Brief an die Aktionäre schreiben die Gründer Larry Page und Sergey Brin ausdrücklich: «Google ist kein konventionelles Unternehmen. Wir haben auch nicht die Absicht, eins zu werden.»

Märkte werden Google unter Druck setzen

Laut «WSJ» sind die Mitarbeiter des Konzerns angehalten, bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitszeit explizit neuen Ideen zu widmen – auch wenn sich im nachhinein herausstellen sollte, dass sie nicht funktionieren. Eine Liste der 100 wichtigsten Projekte wird im Unternehmen regelmäßig aktualisiert. Zur Kultur gehört auch, keine so genannten Pop-Up-Banner oder Flash-Banner als Werbeformat auf den Google-Seiten zu akzeptieren. Die rein textbasierten Anzeigen sind nach Auffassung von Google weniger störend und damit auch effektiver für den Nutzer. Zudem will Google bisher keine eigenen Inhalte anbieten und zum reinen Web-Portal werden.

Ob diese Strategie unter dem Druck der internationalen Kapitalmärkte aufrechterhalten werden kann, ist aber fraglich: Das richtige Wachstum für Google liege darin, ein echtes Medien-Unternehmen zu werden, zitiert das «WSJ» einen Analysten.

 
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