netzeitung.deGoogle kommt später an die Börse

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Weil es «logistische Probleme» gibt, findet der Google-IPO eine Woche später statt. Ein offizielles Datum nennt das Unternehmen allerdings nicht.

Die Anleger müssen sich beim mit Spannung erwarteten Börsengang der Internetsuchmaschine Google noch etwas länger gedulden: Wie US-Medien übereinstimmend berichteten, wird sich der IPO um mindestens eine Woche verzögern. Grund seien «logistische Probleme», werden unternehmensnahe Kreise zitiert. Die Registrierung der Interessenten, die die Google-Aktien über eine Auktion erwerben könne, dauere länger als erwartet.

Ohnehin scheint sich der Auktionsprozess, mit dem Google den Gang an den Kapitalmarkt wagen will, komplizierter als erhofft. Das elektronische System zur Versteigerung der Aktien ist neu und wurde noch nicht getestet. Am Börsengang beteiligte Banken hatten sich bereits zuvor über angeblich hohe Kosten für das System beklagt.

Investmentbanken gegen Auktion
Für Google ist die Verzögerung ärgerlich: Je weiter der Termin im August vorrückt, desto mehr potenzielle Investoren könnten im Urlaub sein. Medien hatten bereits in den vergangenen Tagen berichtet, dass es nur zurückhaltendes Interesse unter institutioneller Investoren wie Fonds und Versicherung an dem Papier gibt. Kapitalmarktprofis kritisieren, durch den komplizierten Auktionsprozess sei keine Transparenz gegeben.

Investmentbanken fürchten nicht nur um die hohen Gebühren, die für die Begleitung eines IPO üblich sind. Durch den Auktionsprozess dürfte sich auch ein Preis bilden, der starke Kursanstiege in den ersten Handelstagen verhindert. Dadurch sehen sich institutionelle Anleger um eine Gewinnmöglichkeit gebracht.

Kein fester Termin
Google will knapp 25 Millionen Aktien versteigern. Als Preis hat das Unternehmen eine Spanne zwischen 108 und 135 Dollar empfohlen. Insgesamt erhofft sich der Suchmaschinenbetreiber Einnahmen in Höhe von gut drei Milliarden Dollar aus der Transaktion. Die Versteigerung anstatt eines regulären Börsengangs wird vom Unternehmen als «demokratischer» bezeichnet. Zudem sollen so mehr Kleinanleger als Käufer gewonnen werden.

Google hat selbst keinen festen Termin für den Börsengang genannt. Er solle etwa eine Woche stattfinden, nachdem die Webseite des Unternehmens für Investoren freigeschaltet worden war. Sie ist seit Freitag vergangener Woche online.

Aktionärsklagen drohen schon vor IPO
Unklar blieb zunächst, ob die Verzögerung auch mit den rechtlichen Schwierigkeiten zusammenhängt, die Google mit der US-Börsenaufsicht SEC hat. Jahrelang hatte das Unternehmen Aktien und –optionen an Mitarbeiter und Investoren ausgegeben, ohne dass die Transaktionen bei der SEC registriert wurden, musste Google am Donnerstag eingestehen. Das Unternehmen versicht nun, die rund 23 Millionen Papiere und fast sechs Millionen Optionen für knapp 26 Millionen Dollar zurückzukaufen.

Das Gelingen ist angesichts eines weitaus höheren erwarteten Marktwertes nach dem Börsengang aber unwahrscheinlich. Zudem könnten sich die derzeitigen Aktionäre oder einige US-Bundesstaaten, gegen deren Recht möglicherweise verstoßen wurde, zu Klagen entscheiden. (nz)