Google drohen schon vor dem Gang an die Börse Klagen von Aktionären
Google will die Aktien nun für eine Summe von 25,9 Millionen Dollar inklusive Zinsen zurückkaufen, wie aus einer Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht (SEC) hervorgeht. Bei einem Bargeldbestand von mehr als einer halben Milliarde Dollar ist der Rückkauf für Google kein Problem. Ob das Problem damit aber gelöst ist, ist mehr als ungewiss.
Zudem ist nach Angaben von Google nicht sicher, ob alle das Angebot zum Rückkauf der Aktien annehmen werden. Sie könnten im Gegenzug versuchen, die Suchmaschine zu verklagen, hieß es in dem Bericht des «WSJ». In insgesamt 18 Staaten und dem Hauptstadt-Distrikt von Columbia könnte es zu Verfahren kommen, warnt das Unternehmen. Das Angebot zum Rückkauf läuft im kommenden Monat aus.
Mit dem IPO will das Unternehmen bis zu 3,3 Milliarden Dollar einnehmen. Die Hälfte davon fließt dem Unternehmen direkt zu. Der Rest geht an die Führung von Google und Investoren, die bereits Geld in das Unternehmen gesteckt haben.
Der Börsengang soll in einer für die USA ungewöhnlichen Form stattfinden: einer Auktion. Schon jetzt könnten Interessenten auf der Seite www.ipo.google.com angeben, zu welchem Preis sie wie viele Aktien erwerben wollen. Aus allen Angeboten wird dann ein so genannte Verrechnungspreis ermittelt, der dem Emissionspreis der Papiere entsprechen soll. Google musste aber trotzdem aufgrund börsenrechtlicher Bestimmungen in den USA eine Preisspanne für die Papiere abgeben. Sie liegt mit 108 bis 135 Dollar relativ hoch, wie Analysten bemerkten.
Eine Gefahr besteht allerdings: Investoren könnten darauf spekulieren, dass der Kurs gleich zu Anfang fällt und mit hohen Geboten für die Aktien während der Auktion versuchen, den Emissionspreis in die Höhe zu treiben. Dagegen ist Google aber gewappnet: Das Unternehmen hat mehrfach in den Mitteilungen an die SEC betont, der in der Auktion ermittelte Verrechnungspreis müsse nicht auch der Emissionspreis sein. (nz)

