22. Jun 2004 08:50
Die Investmentbank Merrill Lynch wird die Suchmaschine Google nicht als Konsortialbank beim Börsengang begleiten. Die Bank wollte offenbar die notwendigen Investitionen nicht tätigen.
Eine der wichtigsten amerikanischen Banken hat offenbar auf einen begehrten Platz als Konsortialbank beim Börsengang von Google verzichtet. Die Investmentbank Merrill Lynch ist nicht mehr auf der Liste der Konsortialbanken, die den IPO betreuen. Das geht aus einer Mitteilung von Google an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervor.Einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge war Merrill Lynch nur widerwillig bereit, die notwendigen IT-Investitionen zu tätigen, um den erwarteten Ansturm auf die Aktien auch verarbeiten zu können.
Von den interessierten institutionellen Investoren werde zudem erwartet, dass sie hart um möglichst geringe Gebühren für die Zeichnung der Aktien kämpfen würden, berichtete die Zeitung auf ihrer Internetseite unter Berufung auf informierte Kreise. Die letztliche Struktur der Gebühren sei noch nicht festgelegt, aber es werde erwartet, dass sie leicht niedriger als normalerweise sein werde, hieß es.
Google selber wollte sich nicht äußern. Im vergangenen Monat hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass 31 finanzielle Berater den Börsengang begleiten werden, darunter auch Merrill Lynch.Im April hatte die Internet-Suchmaschine ihre Pläne zum Börsengang bekannt gegeben. Die Aktien sollen über eine Auktion ausgegeben werden – ein für die USA sehr ungewöhnliches Verfahren. Damit sollen die Papiere breiter gestreut und eine größeren Menge von interessierten Anlegern verfügbar gemacht werden.
Seit Bekanntgabe der Pläne zum Börsengang versuchen die Banken an der Wall Street die notwendige Technologie aufzubauen, um die erwartete Nachfrageflut von institutionellen und privaten Investoren bearbeiten zu können. (nz)