18. Mai 2004 15:12
Ein Holländer hat zugegeben, sich eine halbe Million Dollar mit angeblich günstigen Aktien der Suchmaschine Google erschlichen zu haben. Das meiste Geld brachte er mit Partys und Prostituierten durch.
Ein niederländischer Manager hat sich am Montagabend (Ortszeit) in New York schuldig bekannt, durch Schwindel mit angeblich günstigen Aktien der Internet-Suchmaschine Google rund 500.000 Dollar ergaunert zu haben. Shamoon Rafiq gestand, angebliche «Vorzugsaktien» von Google zum Preis von zwölf Dollar das Stück verkauft zu haben - und damit bevor der Google-Börsengang Gestalt angenommen hatte. Ende vergangenen Jahres habe er sich als Wagniskapitalgeber und College-Freund der Google-Gründer ausgegeben und behauptete, deshalb noch vor dem offiziellen Google-Börsengang an die angeblichen, vergünstigten Aktien gekommen zu sein.Damit überzeugte er mindestens fünf Anleger, darunter den Anwalt eines europäischen Telekommunikationsunternehmens, den Präsidenten eines globalen Telekom-Unternehmens, einen höheren Angestellten einer Broker-Firma sowie einen Investmentbanker. Der witterte schließlich Verdacht und schaltete die US-Bundespolizei FBI ein. Zu diesem Zeitpunkt war aber bereits rund eine halbe Million Dollar auf Rafiqs Konto eingegangen.
Das FBI verhaftete Rafiq, kurz bevor er in seine europäische Heimat zurückkehren wollte. Der geständige Mann hatte zuvor mindestens 350.000 Dollar seiner Beute durchgebracht. FBI-Angaben zufolge gab er in Hotels und Restaurants Trinkgelder von bis zu 100 Dollar und verschenkte teure Uhren an Freunde. Auch ließ er demnach Stripperinnen einfliegen, die ihn in verschiedenen Nobel-Hotels in New York, Kalifornien und Europa besuchten. Nach seinem Geständnis droht Rafiq eine Haftstrafe von mehr als fünf Jahren. Ohne Geständnis wäre eine um zwei Jahre längere Strafe möglich gewesen.Die Internetsuchmaschine hatte Ende vergangenen Monats erste Unterlagen für ein lange erwartetes Initial Public Offering (IPO) bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Demnach will das Unternehmen durch die Ausgabe von Aktien mehr als 2,5 Milliarden Dollar einnehmen. Insgesamt wird die Firma mit rund 20 Milliarden Dollar bewertet. Google hat bereits bekannt gegeben, dass ein Teil der Anteile ohne Beteiligung von Banken über das Internet versteigert werden sollen. (nz)