Google-Börsengang bringt Promis Geld
29.04.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Screenshot der Internetsuchmaschine
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Google möchte, dass sein geplanter Börsengang «demokratisch» wird - mit Aktienverteilung per Internet. Tatsächlich verdienen vor allem Reiche.
Wenn Google in den kommenden Monaten an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq geht, erwarten sich die Aktienhändler ein Riesengeschäft. Denn der Marktführer bei Suchmaschinen wird mit einem Marktwert von bis zu 30 Milliarden Dollar bewertet - ganz wie in den vergangenen «Dot-Com»-Boomjahren.
Insidern zufolge bemüht sich Google schon seit längerem, den Aktienzuteilprozess demokratisch zu gestalten. So soll sicher gestellt werden, dass auch die vielen Fans der Suchmaschine bei dem erfolgsversprechenden Börsengang berücksichtigt werden.
Schwarzenegger, KissingerIn Wahrheit sieht die Sache jedoch anders aus: Wie die «New York Times» in dieser Woche berichtete, profitieren von Googles «IPO» vor allem die Reichen, darunter Promis und bekannte Silicon Valley-Größen. Demnach besitzen Schauspieler und Gouverneur Arnold Schwarzenegger, Ex-Politiker Henry Kissinger, Basketballer Shaq O'Neal und andere US-Stars ihre Google-Anteile, noch bevor ein Kleinaktionär auch nur eines der Papiere in die Hand bekommt.
High-Tech-Who is WhoSollte Googles Börsengang wie erwartet ein Erfolg werden, könnten aus 300.000 im Jahr 1998 investierten Dollar mindestens 300 Millionen Dollar werden.
Zu den potenziell großen Profiteuren gehört auch Andy Bechtolsheim, einer der Gründer von Sun Microsystems, dem ein Prozent von Google gehören soll und der frühzeitig in das Unternehmen investierte. Beteiligt ist auch Napster-Gründer Shawn Fanning, Netscape-Erfinder Marc Andreessen und Ebay-Mitbegründer Pierre M. Omidyar. Selbst Frank Quattrone, ein ehemaliger Investmentbanker, der als einer der Hauptschuldigen an vielen überstürzten «Dot-Com»-Börsengängen in den USA gilt, wird verdienen.
Wenig FinanzierungsrundenAber nicht jeder Promi bekam Google-Aktien. So bemühte sich Michael S. Ovitz, einst ein erfolgsverwöhnter Hollywood-Agent, in den späten Neunzigerjahren laut «New York Times» vergeblich um Google-Papiere - der Markt war voll mit begierigen Investoren. Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin sollen bei der Aktienverteilung besonders clever vorgegangen sein: Viele Finanzierungsrunden gab es nicht, was den Wert der Firma kaum verminderte. Die reichen Investoren, die frühzeitig einstiegen, sollen davon jetzt am meisten profitieren.