Weltweit Kurseinbrüche:
Verluste in Asien schwächen den Dax
02. Dez 2008 10:38
 |  Börsen-Händler in Frankfurt haben derzeit wenig zu lachen | Foto: dpa |
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Die Aktienmärkte bleiben weltweit krisengeschüttelt. Der Nikkei-Index sackte unter die 8000-Punkte-Grenze und sorgte für einen schwachen Handelsstart in Frankfurt. Auch die New Yorker Börse schloss mit Verlusten.
Belastet von Verlusten an der Wall Street und den asiatischen Börsen ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag mit Verlusten in den Handel gestartet. Die Aktienbörse in Tokio ist am Dienstag in Folge der schweren Vortagesverluste an der Wall Street sowie des festeren Yen eingebrochen. Der Nikkei-Index stürzte unter die psychologisch wichtige Marke von 8000 Punkten.
Zum Ende notierte das Barometer für 225 führende Werte einen heftigen Abschlag von 533,53 Punkten oder 6,35 Prozent bei 7863,69 Punkten. Der Dow-Jones-Index für 30 führende Industriewerte stürzte um 679,95 Punkte oder 7,7 Prozent ab auf 8.149,09 Zähler. Der Leitindex büßte damit mehr als die Hälfte des Kursanstiegs von 1.276 Punkten der vergangenen fünf Handelstage wieder ein.Der Leitindex Dax fiel in den ersten Handels-Minuten um 1,41 Prozent auf 4.332,86 Punkte. Der M-Dax mittelgroßer Werte sank um 1,60 Prozent auf 5.010,99 Zähler. Der Tec-Dax verlor 1,99 Prozent auf 458,16 Punkte.
Die Finanztitel standen erneut im Mittelpunkt. Hypo Real Estate (HRE) sackten mit minus 8,13 Prozent auf 2,60 Euro an das Dax-Ende. HSBC senkte die Aktie von «Neutral» auf «Underweight» und halbierte das Kursziel von vier auf zwei Euro. Nach den schlechten Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwarte er nun auch für 2009 und 2010 Verluste, schrieb Analyst Johannes Thormann in einer Studie. Es sei noch immer unklar, wie die weitere Entwicklung verlaufen und ob der Konzern in seiner jetzigen Form überleben werde.
Commerzbank-Aktien fielen um 5,25 Prozent auf 6,140 Euro. Einem Pressebericht zufolge drohen der Commerzbank genauso wie den französischen Banken massive Probleme durch die EU-Kommission hinsichtlich der Genehmigung des Rettungspakets. Wichtigster Konfliktpunkt sei die Forderung von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die Commerzbank dürfe ihren Aktionären während der Laufzeit der Staatshilfen keine Dividende auszahlen, schreibt das «Handelsblatt» aus Verhandlungskreisen.
Kein Nachlass für Postbank
Die Deutsche Bank kann einem weiteren Pressebericht zufolge trotz des stark gefallenen Aktienkurses der Postbank-Papiere nicht mit einem Nachlass auf den Kaufpreis für die Post-Tochter rechnen. «Wir gehen davon aus, dass die Transaktion zu den vereinbarten Konditionen Anfang des Jahres abgewickelt wird», sagte eine Post-Sprecherin der «Berliner Zeitung». Die Aktien der Post stiegen am Morgen entsprechend kurz ins Plus, sanken im schwachen Markt dann aber ebenfalls in die Verlustzone. Zuletzt verloren sie mit 1,01 Prozent auf 14,67 Euro unterdurchschnittlich. Deutsche Bank-Aktien gaben hingegen 5,77 Prozent auf 23,45 Euro nach. Die Aktien der Deutschen Börse verloren nach schwachen November-Handelszahlen auf Xetra und Eurex 7,97 Prozent auf 48,76 Euro. Ein Marktexperte sagte dazu: «Nach den jüngsten zahlreichen Handelstagen mit recht dünnen Umsätzen sind die Zahlen keine echte Überraschung. Dass die auf der elektronischen Aktienplattform Xetra getätigten Geschäfte aber um knapp fünf Prozent zurückgegangen sind zeigt, dass die alternativen Handelsplattformen für das institutionelle Geschäft rasch Marktanteile gewinnen.»
Leicht positive Reaktion
Im M-Dax wurden Gagfah bei 2,00 Euro ex Dividende gehandelt. Der im M-Dax gelistete Immobilienkonzern schüttet 0,20 Euro je Aktie aus. Abzüglich dieses Abschlages werden die Aktien 0,10 Euro unter dem Vortagesschluss von 2,30 Euro gehandelt.Im Tec-Dax stiegen Q-Cells nach ihren Vortagesverlusten mit plus 9,71 Prozent auf 23,50 Euro an die Index-Spitze. Der Solarzellenhersteller rechnet unverändert mit einem Ausbau der Produktion auf mehr als 1.000 Megawatt - der erwartete Wachstumsrückgang in der Solarindustrie gelte nur für die Konkurrenz, wie Konzernchef Anton Milner der «FTD» sagte. Q-Cells will weiter den Umsatz 2009 um fast 70 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro steigern. Ein Händler sagte: «Nach dem scharfen Kursrückgang am Vortag könnten die Aussagen eine leicht positive Reaktion bringen.» Am Montag waren Q-Cells wegen Sorgen über eine Wachstumsabschwächung nach einem Interview der «Berliner Zeitung» mit Milner am Tec-Dax-Ende um 18,40 Prozent eingebrochen.
IDS Scheer kosteten prozentual unverändert 5,07 Euro. Das Software- und Beratungshaus will Aktien im Gesamtwert von bis zu fünf Millionen Euro zurückkaufen. Rofin-Sinar waren Schlusslicht mit minus 7,84 Prozent auf 16,22 Euro. (dpa)