Börsen brechen kräftig ein:
Auf die Obamania folgt Rezessionsangst
06. Nov 2008 13:47
 |  Schlechte Tage für Börsenmakler | Foto: dpa |
|
An den internationalen Börsen geht es angesichts wachsender Konjunktursorgen steil nach unten. In Frankfurt fiel der Dax unter die 5000er Marke. Dow Jones, Nikkei-Index und Hang Seng sackten ab.
Mit deutlichen Kurseinbrüchen ist die «Obama-Euphorie» an den Börsen wieder der Rezessionsangst gewichen. Nach dem kurzzeitigen Höhenflug vor der Wahl des demokratischen US- Präsidentschaftskandidaten Barack Obama lagen am Donnerstag alle europäischen und asiatischen Leitindizes kräftig im Minus.
Der deutsche Leitindex Dax sackte am Vormittag in Frankfurt unter die psychologisch wichtige Marke von 5000 Punkten und notierte bis zu 4,5 Prozent im Minus. Rezessionsängste setzten sich wieder durch. Sie wurden von zurückgenommenen Prognosen für 2009 und schlechten Quartalszahlen großer Branchenführer wie Toyota und adidas geschürt.
Verluste erwartet
Der bisher erfolgsverwöhnte Sportartikelhersteller adidas mit seinen 37.500 Mitarbeitern will trotz relativ guter Zahlen vorerst keine Leute mehr einstellen. Die Prognose für 2009 wurde zurückgenommen. Der Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck wies angesichts eingebrochener Aufträge und Kosten für das angelaufene Sparprogramm im zweiten Quartal mehr Verlust aus als erwartet worden war. Auch den Waschmittelriesen Henkel hat der Konjunktureinbruch voll erwischt, Henkel senkte seine Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr.Zudem schickten deutlich Kursverluste an der New Yorker Wall Street vom Vortag die Börsen in Asien und Europa auf Talfahrt. «Nun ist wieder mehr der Alltag mit Finanzkrise und Rezession eingekehrt», erklärte ein Händler in New York. An der Wall Street war der Dow Jones bis zum Handelsschluss um 5,05 Prozent auf 9139,27 Punkte abgesackt. «Nachdem die US-Präsidentschaftswahl nun vorüber ist, richten sich die Augen der Anleger wieder auf die Probleme in der Wirtschaft. Und hier setzt sich langsam durch, dass es keine schnelle Lösung gibt, um eine Rezession zu verhindern», sagte auch Analyst Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities in Tokio.
Tokioter Börse gibt ebenfalls kräftig nach
Die asiatische Leitbörse in Tokio wurde ebenfalls von schlechten Zahlen beeinflusst und gab kräftig nach. Der führende japanische Autokonzern Toyota senkte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlicher als erwartet. Wie der erfolgsverwöhnte Branchenprimus am Donnerstag bekanntgab, wird jetzt nur noch ein Gewinn von 550 Milliarden Yen (4,3 Mrd. Euro) erwartet. Anfangs war Toyota von 1,25 Billionen Yen ausgegangen.
Die Aktie brach in Erwartung der erst nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen um 10,4 Prozent ein und schlug damit auch auf den Nikkei-Index für 225 führende Werte durch. Dieser notierte zum Handelsschluss einen hohen Verlust von 6,53 Prozent beim Stand von 8899,14 Punkten. An der Börse in Hongkong gab der Hang-Seng-Index um 7,1 Prozent auf 13 790,04 Punkte nach - am Vortag hatte er noch im Zuge des Obama-Wahlsiegs zeitweise um 5,7 Prozent zugelegt. (dpa)