Ende des schwarzen Oktobers:
Dax schließt mit Gewinn
Aktien von Volkswagen (VW) verloren zu Handelsschluss 0,10 Prozent auf 499,50 Euro, nachdem sie zuvor bis auf 548,00 Euro gestiegen waren. Nach neuen Index-Regeln der Deutschen Börse könnte die Aktie noch in der kommenden Woche aus dem Leitindex fliegen. Künftig kann eine Aktie bei extremen Kursausschlägen und einer zu hohen Gewichtung eines Wertes in einem Index aus dem Dax, M-Dax oder S-Dax genommen werden.
Zur Schlussauktion nimmt die Deutsche Börse außerdem wie bereits am Dienstag angekündigt eine außerplanmäßige Index-Neugewichtung im Dax vor. Das Gewicht der VW-Aktie soll dabei auf zehn Prozent gekappt werden. Am Dienstag war das Gewicht der VW-Aktie im Dax bei einem Kurs von 945,00 Euro auf 27 Prozent gestiegen. Der durch Fundamentaldaten wie Gewinn oder Umsatz nicht gerechtfertigte Höhenflug der VW-Aktie geht vor allem auf das immer knapper werdende Angebot von Volkswagen-Stammaktien und die bevorstehende Übernahme durch Porsche zurück. Am Donnerstagabend waren es laut der Deutsche- Börse-Website nur noch 14,27 Prozent.
Aktien von BASF stiegen um 8,35 Prozent auf 26,07 Euro. «Die Zahlen am Donnerstag waren nicht so schlecht, wie an der negativen Marktreaktion abzulesen gewesen wäre», sagte ein Börsianer. Jetzt fänden sich wieder langfristige Käufer für die Aktien. Für Papiere der Commerzbank ging es um 6,23 Prozent auf 8,43 Euro nach unten. Börsianer verwiesen auf Medienberichte als Kursbelastung, wonach die Commerzbank das Rettungspaket der Bundesregierung in Anspruch nehmen wolle. Die Commerzbank kommentierte die Berichte nicht.
Die im M-Dax gelisteten Titel von Puma und der GEA Group legten nach ihren Quartalszahlen zu. Im Tec-Dax ließen neue Spekulationen über eine Komplettübernahme durch die indische Suzlon-Gruppe Aktien von Repower Systems um 51,26 Prozent auf 106,44 Euro in die Höhe schießen. Nach dem steilen Sturzflug des Kurses hatten die Titel bereits in den vergangenen Tagen wieder deutlich an Wert gewonnen. Händler verwiesen am Freitag auf einen Bericht in der indischen Zeitung «Business Standard». Darin hieß es unter Berufung auf ungenannte Bankenkreise, Suzlon habe Gespräche mit privaten Beteiligungsgesellschaften begonnen, um die Komplettübernahme des deutschen Rotorenbauers mitzufinanzieren.
In Europa schloss der Euro-Stoxx 50 mit einem Plus von 2,52 Prozent auf 2591,76 Zähler. Die Börsen in Paris und London gingen ebenfalls mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel. Der Dow-Jones-Index tendierte zu Handelsschluss in Europa fest.
Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,61 (Vortag: 3,70) Prozent. Der Rentenindex REX stieg um 0,17 Prozent auf 118,57 Punkte. Der Bund Future verlor 0,89 auf 115,99 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2757 (Donnerstag: 1,3035) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7839 (0,7672) Euro.
Mit kräftigen Zugewinnen hat die US-Börse am Freitag den Oktober beendet, den schwierigsten Handelsmonat seit 21 Jahren. Der Dow-Jones-Index stieg um 144 Punkte auf 9325 Zähler. Insgesamt ging der Monat jedoch mit einem Minus von 14,1 Prozent zu Ende. Analysten erklärten, die Börse habe derzeit eine abwartende Haltung eingenommen.
Die Händler wollten zunächst die US-Präsidentschaftswahl in der kommenden Woche hinter sich bringen und sich dann auf die Arbeitslosenzahlen für Oktober konzentrieren, die am Freitag nächster Woche veröffentlicht werden. Die Zahlen könnten einen Hinweis darauf liefern, wie schwer der wirtschaftliche Abschwung ausfalle. Nach vorläufigen Berechnungen stieg der Dow Jones um 144,32 Punkte oder 1,57 Prozent auf 9325,01. Der Nasdaq legte um 22,43 Punkte oder 1,32 Prozent auf 1720,95 Zähler zu. (dpa, AP)

