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Nach Berg- und Talfahrt von VW: 

Börse ändert Dax-Regeln nach VW-Kurschaos

31. Okt 2008 16:41
Kurssprung der VW-Aktie am 28.10.08
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Volkswagen und anderen Dax-Konzernen droht bei extremen Kursschwankungen ab sofort der Ausschluss aus dem Börsenbarometer. Nach heftiger Kritik reagierte die Deutsche Börse auf die gewaltigen Sprünge der VW-Aktie.

Die Deutsche Börse ändert als Reaktion auf die Kurskapriolen der VW-Aktie in dieser Woche die Regeln für die Erstellung ihrer Indizes. Bei hohen Kursausschlägen und einer zu hohen Gewichtung in einem Index kann künftig ein Wert aus dem Dax, M-Dax oder S-Dax außerhalb der regulären Anpassungstermine entfernt werden.

Die Entscheidung darüber treffe der Vorstand der Deutschen Börse in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes, der sonst in regelmäßigen Abständen die Zusammensetzung der Börsenbarometer überprüft. «Die Herausnahme erfolgt am Ende des zweiten Handelstages nach dem Tag der Entscheidung», hieß es.

Die Volkswagen-Aktie hatte in den vergangenen Tagen einen beispiellosen Höhenflug erlebt – von gut 200 Euro am vergangenen Freitag bis an die Marke von 1000 Euro am Dienstag. Grund war eine drastische Verknappung des Streubesitzes, nachdem Porsche seine Beteiligung und Optionen auf VW-Aktien ausgebaut hatte. Der ungezügelte Kursanstieg ließ den Dax um rund zehn Prozent steigen, obwohl fast alle Aktien im Minus standen. Deshalb wurde Kritik an den Börsenregeln in Deutschland laut.

Händler und Experten hatten von der Börse zügiges Gegensteuern gefordert. Der Marktbetreiber erntete auch Kritik, weil nach Ansicht mancher Börsianer die VW-Aktie schon am Montag vom Handel hätte ausgesetzt werden müssen. Am Mittwoch beschloss die Börse, das Gewicht der VW-Aktie im Dax von kommendem Montag an auf zehn Prozent zu begrenzen. Bis Donnerstagabend fiel der VW-Kurs wieder auf 500 Euro und damit das Gewicht im Dax auf 14,3 Prozent.

Nun kann eine Aktie aus einem Index entfernt werden, wenn ihr Gewicht aufgrund der Marktkapitalisierung zum Handelsschluss eines Tages zehn Prozent übersteigt. Am Dienstagabend hatte der Anteil von VW am Dax zum Handelsschluss 27 Prozent betragen. Weiterer Grund für eine Herausnahme ist nun, wenn die annualisierte Volatilität des Kursverlaufs über die vorangegangenen 30 Handelstage den Wert von 250 Prozent übersteigt. Die 30-Tages-Volatilität der VW-Aktie lag nach Angaben der Börse zuletzt bei 388 Prozent. (nz/dpa)

 
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