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Porsche will Streubesitz wieder erhöhen: 

VW nimmt den Dax mit auf Talfahrt

29. Okt 2008 10:06, ergänzt 12:09
VW sorgt für Börsen-Turbulenzen
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Nach dem Höhenflug folgt der Absturz: Der Wert der VW-Aktien hat sich am Mittwoch zeitweise wieder halbiert. Ein Aktienstratege kritisiert in der Netzeitung, die angekündigte Maßnahme der Börse komme zu spät.

Es geht auf und ab: Die VW-Aktie ist nach der Ankündigung des Autobauers Porsche über Verkäufe zur Beruhigung der Kursturbulenzen eingebrochen. Als Folge sank der Dax, der an den Vortagen wegen des Gewichtes der VW-Aktien nach oben schnellte, am Mittwoch gegen den Trend anderer Indizes und Weltbörsen.

Der Leitindex gab am späten Vormittag 1,7 Prozent auf 4740 Punkte ab. Die anderen Indizes profitierten dagegen von den sehr freundlichen Vorgaben aus den USA. Der M-Dax gewann rund fünf Prozent auf 5111 Zähler, der Tec-Dax stieg um 5,8 Prozent auf 489 Punkte. In New York hatte der Dow Jones am Dienstagabend mit einem Plus von 10,9 Prozent bei 9065 Zählern geschlossen. Schnäppchenjäger sorgten in den USA für Kursgewinne, zudem setzten Anleger auf eine weitere Leitzinssenkung an diesem Mittwoch.

«Kind schon in den Brunnen gefallen»

Im Dax brachen Aktien von Volkswagen nach dem Höhenflug der vergangenen Tage um fast 42 Prozent ein. Zeitweise halbierte sich der Kurs gegenüber dem Vortag. Am Dienstag hatten VW noch 82 Prozent zugelegt. Porsche hatte zuvor die teilweise Auflösung von Kurssicherungen angekündigt. Damit könnte sich die zuletzt enge Liquidität der VW-Stammaktie wieder erhöhen. Am Vorabend hatte die Deutsche Börse zudem angekündigt, das Gewicht der VW-Stämme im Dax zu reduzieren.

«Diese Entscheidung der Deutschen Börse kommt etwas spät», kritisierte Aktienstratege Mirko Pillep von der Helaba im Gespräch mit der Netzeitung. «Jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.» Nach Pilleps Einschätzung hätte die Deutsche Börse die VW-Aktie schon am Montag vom Handel aussetzen müssen, nachdem Porsche mitgeteilt hatte, direkt und indirekt 74 Prozent an VW zu halten.

Ausverkauf könnte vorbei sein

Am Dienstag habe VW rund ein Drittel des gesamten Dax ausgemacht, erläuterte Pillep. Die Deutsche Börse hatte am Dienstagabend beschlossen, die Gewichtung von VW im Dax ab Montag auf zehn Prozent zu verringern. Die Maßnahme könnte sich allerdings als zu kurzfristig erweisen. Sollte VW bis Ende der Woche weiter fallen, könnten ab Montag wieder Anleger einsteigen und den Kurs wieder kräftig nach oben treiben. Dann würde automatisch wieder die Gewichtung im Dax zunehmen.

Die beschlossene Deckelung der VW-Aktien löst auch nach Ansicht von Marktanalyst Heino Ruland von Frankfurt Finanz nicht das Spekulationsproblem. Die Entscheidung der Börse sei ohne ein Verbot von Short-Selling in der Aktie alles andere als intelligent, sagte Ruland der «Financial Times Deutschland». «Das ist eine Einladung auf fallende Kurse zu setzen.»

Pillep wies darauf hin, dass der Dax derzeit die realwirtschaftliche Lage nicht widerspiegele. «Der Dax ist nicht aussagekräftig.» Am Dienstag hätten beispielsweise Fonds, die den Dax abbilden, VW-Papiere zukaufen müssen und hätten dafür andere Titel abgestoßen, was zu massiven Abschlägen bei anderen Dax-Werten geführt hatte. Am Mittwoch stiegen die Kurse wieder deutlich.

Insgesamt sieht der Helaba-Experte eine «realistische Chance», dass der Ausverkauf am Aktienmarkt zu Ende geht und jetzt eine Beruhigung einkehrt. Allerdings besteht laut Pillep an der Börse das psychologische Problem, dass der Dax wegen der Verzerrung durch VW die tatsächlichen Tiefststände nicht erreicht habe, was zu einer Bodenbildung beigetragen hätte.

 
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