Nachrichtenüberblick zur Finanzmarktkrise:
Finanzmarktkrise: Überblick vom 29. Oktober
29. Okt 2008 10:26, ergänzt 21:52
 |  In Tokio stieg der Nikkei-Index wieder an | Foto: AP |
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Dax schließt dank VW im Minus +++ US-Notenbank senkt Leitzins auf ein Prozent +++ Immobilienfonds müssen schließen +++ Dänische Fluglinie fällt Krise zum Opfer +++ Börse beschneidet Einfluss von VW im Dax +++ Hypo Real will Rettungsfonds anzapfen +++
US-Börsen trotz Leitzins-Senkung im Minus
Ungeachtet einer deutlichen Leitzinssenkung haben die US-Börsen zur Wochenmitte uneinheitlich geschlossen. Der breite Markt beendete den Handel nach einer Berg- und Talfahrt im Minus, Technologiewerte knapp im Plus. Nach fast rekordverdächtigen Zuschlägen am Vortag legten die Indizes damit am Mittwoch trotz des Rückenwinds durch die US-Notenbank eine Verschnaufpause ein. Der Ölpreis stieg deutlich.Der Dow-Jones-Index fiel nach vorläufigen Schlussangaben um 0,82 Prozent auf 8990,96 Punkte. Der S&P-500-Index verlor um 1,11 Prozent auf 930,08 Punkte. Der Nasdaq-Index gewann dagegen um 0,47 Prozent auf 1657,21 Punkte. Die Rentenmärkte zeigten sich weitgehend unverändert. Der Euro notierte nach der US-Zinssenkung deutlich stärker bei 1,2938 Dollar nach 1,2699 Dollar am Vortag.
Dax schließt dank VW leicht im Minus
Deutliche Kursverluste bei Volkswagen haben den Dax am Mittwoch komplett ausgebremst. Obwohl mit Ausnahme der VW-Aktie alle Werte zulegten und mehr als zwei Drittel der 30 Werte sogar Gewinne im zweistelligen Prozentbereich verbuchten, schloss das deutsche Börsenbarometer mit einem Minus von 0,31 Prozent auf 4808,69 Zählern. An den vergangenen zwei Handelstagen hatte die Aktie des Wolfsburger Autobauers dem Dax dagegen Gewinne von mehr als 1000 Punkte beschert, während so ziemliche alle anderen Dax-Werte auf steile Talfahrt gingen.Mit Blick auf die anderen wichtigen deutschen Indizes schloss der M-Dax mit plus 7,65 Prozent auf 5242,73 Punkte. Der Tec-Dax stieg um 4,90 Prozent auf 485,48 Punkte. Neben Volkswagen standen mehrere Unternehmen mit Zahlen im Fokus. Am Abend rückte laut Händlern noch die Zinsentscheidung der US-Notenbank in den Blick.
US-Notenbank senkt Leitzins auf 1 Prozent
Die US-Notenbank hat ihren Leitzins angesichts düsterer Konjunkturerwartungen am Mittwoch um 0,5 Prozentpunkte auf jetzt 1 Prozent gesenkt. Das ist das niedrigste Niveau seit Mitte 2004. Erst Anfang des Monats hatte die Federal Reserve den Leitzins im Konzert mit fünf anderen Notenbanken angesichts der dramatischen Zuspitzung der weltweiten Finanzkrise bereits um einen halben Prozentpunkt zurückgenommen.In ihrer Mitteilung sprach die Fed von deutlich verringerter Wirtschaftsaktivität, vor allem durch schwache Verbraucherausgaben. Ein Abschwung auf internationalen US-Absatzmärkten hätte zudem die Aussichten für die Ausfuhren verschlechtert. Vor der abgestimmten Senkung Anfang Oktober hatte die Federal Reserve bei drei vorangegangenen Sitzungen den Zins unverändert bei 2 Prozent belassen.
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Ungarn zwischen Schulden und schwachem Forint
Böse Zungen sprechen vom Island an der Donau: Neben Nordatlantik-Insel ist Ungarn das zweite Land Europas, das am Bankrott entlangschlittert und nun Kredite erhält. Woher Ungarns Notlage kommt, beschreibt Matthias Breitinger.
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Immobilienfonds müssen schließen
Angesichts der Finanzmarktkrise ziehen immer mehr Anleger ihr Geld aus offenen Immobilienfonds ab. Nach der Fondsgesellschaft KanAm schlossen nun auch die großen Anbieter Axa und TMW jeweils einen Fonds, wie die Gesellschaften mitteilten.Axa Investment Managers erklärte, Wünsche nach Auszahlungen aus ihrem 3,6 Milliarden Euro schweren Fonds «AXA Immoselect» seien für drei Monate ausgesetzt. Hintergrund sei, dass Dachfonds und Vermögensverwalter innerhalb von vier Wochen rund 420 Millionen Euro abgezogen hätten und die Liquidität des Fonds nicht mehr ausreiche, weitere Anteilsrücknahmen zu bedienen.
Die Gesellschaft TMW Pramerica erklärte, auch sie werde ihren «TMW Immobilien Weltfonds» für drei Monate schließen. Anleger hätten vermehrt Anteile verkauft und ohne eine Schließung wäre die gesetzliche Mindestliquidität von fünf Prozent unterschritten worden. Der «TMW Immobilien Weltfonds» verwaltet gut eine Milliarde Euro. Anfang der Woche hatte bereits die Frankfurter Fondsgesellschaft KanAm erklärt, sie werde für drei Monate Auszahlungen aus zwei ihrer Fonds vorübergehend einstellen. Darunter ist der mehr als vier Milliarden Euro schwere «grundinvest» und ein kleinerer Spezialfonds, der Immobilien in den USA besitzt. Offene Immobilienfonds kaufen meist große Büro-, Einzelhandels- oder Firmenimmobilien und wollen den Investoren eine im Vergleich zu Aktien deutlich sicherere Anlagemöglichkeit bieten. Um jederzeit Auszahlungswünsche erfüllen zu können, ist eine Mindestliquidität notwendig. Andernfalls muss der Fonds vorläufig schließen. (dpa)
Inflationsrate sinkt auf 2,4 Prozent
Die sinkenden Ölpreise haben die Inflation in Deutschland im Oktober weiter zurückgehen lassen. Die jährliche Teuerungsrate betrug 2,4 Prozent - das war deutlich weniger als im September mit 2,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. (dpa)
Dänische Fluglinie fällt Krise zum Opfer
Als Folge der Finanzkrise hat die in Dänemark ansässige Billig-Fluglinie Sterling Airways den Flugbetrieb eingestellt. Noch im Laufe des Mittwochs wollte die Airline, die im Besitz isländischer Eigentümer ist, Insolvenz anmelden. Als Grund wurde der Kollaps des dortigen Finanzsystems angegeben. In den vergangenen Wochen sei hart um das Überleben von Sterling Airways gekämpft worden, es habe sich aber kein Investor gefunden, erklärte die Airline auf ihrer Webseite. Die isländischen Eigentümer wollten dem Unternehmen demnach 2008 Geld für ein Restrukturierungsprogramm zur Verfügung zu stellen. Doch dann brach Ende September das isländische Finanzsystem zusammen. «Damit war unser Aktionär nicht mehr imstande, das Unternehmen zu stützen», teilte die Fluglinie mit. (AP)
Wall Street beflügelt Tokios Börse
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch nach der kräftigen Vorgabe der Wall Street und des abgeschwächten Außenwerts des Yen deutlich zugelegt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte überwand wieder die psychologisch wichtige Marke von 8000 Punkten. Am Ende notierte das Börsenbarometer einen satten Aufschlag von 589,98 Punkten oder 7,74 Prozent beim Schlussstand von 8211,90 Punkten. Der breit gefasste Topix verbesserte sich um 46,29 Punkte oder 5,90 Prozent auf 830,32 Punkte. (dpa)
Börse beschneidet Einfluss von VW im Dax
Der Marktbetreiber reagiert auf den exorbitanten Kurssprung von VW, der den Dax durcheinandergewirbelt hatte: Der Autobauer hat künftig weniger Gewicht im Index. Porsche hat auch eine Maßnahme zur Kursberuhigung angekündigt.
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Hypo Real will Rettungsfonds anzapfen
Nach den Landesbanken, die bereits Interesse signalisiert hatten, greift jetzt auch der angeschlagene Immobilienriese auf die staatliche Hilfe zurück. Doch damit reicht es noch nicht.
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Euro steigt über 1,28 US-Dollar
Der Kurs des Euro hat am Mittwoch zu einer kräftigen Erholung angesetzt und ist zeitweise über die Marke von 1,28 US-Dollar gesprungen. Händler begründeten die Kursgewinne der Gemeinschaftswährung mit der Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA. Im frühen Handel ist der Euro aber wieder etwas abgerutscht und stand zuletzt bei 1,2753 Dollar. Ein Dollar kostete 0,7852 Euro. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,2526 (Montag: 1,2460) Dollar festgesetzt. (dpa)