29.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Versucht das dunkle Kapitel abzuschließen: Hypo Real Estate
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach den Landesbanken, die bereits Interesse signalisiert hatten, greift jetzt auch der angeschlagene Immobilienriese auf die staatliche Hilfe zurück. Doch damit reicht es noch nicht.
Eine mittelfristige Neuaufstellung ist das Ziel: Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) will die Hilfe des deutschen Rettungsfonds zur Stabilisierung der deutschen Bankenbranche in Anspruch nehmen.
Das teilte das Unternehmen am frühen Mittwochmorgen in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Zwar befänden sich die Verhandlungen über das bereits Anfang des Monats gesondert mit der Bundesregierung und der Finanzindustrie verabredete Rettungspaket in der Endphase, teilte der Konzern am Mittwochmorgen in München mit.
«Mittelfristige Repositionierung schaffen»Um in der Zwischenzeit den kurzfristigen Bedarf sicherzustellen, habe man am Dienstag beim Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) eine Liquiditätsbereitstellung in Höhe von 15 Milliarden Euro durch die Bundesbank beantragt. Es werde mit einer kurzfristigen Entscheidung gerechnet, hieß es.
Darüber hinaus wolle man «einen Antrag auf weitergehende, umfassende Unterstützung - einschließlich etwaiger Kapitalmaßnahmen - beim SoFFin stellen», teilte das Unternehmen weiter mit. Mit der Inanspruchnahme des Fonds wolle man «den zusätzlichen Refinanzierungsbedarf der Gruppe absichern und damit die Grundlage für deren mittelfristige Repositionierung schaffen».
«Derzeit endverhandelt» Nachdem die Hypo Real Estate im Zuge der internationalen Finanzkrise in massive Geldnöte geraten war, hatten Regierung und Finanzwirtschaft am 6. Oktober ein eigenes Rettungspaket in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro für die Bank angekündigt.
Die Verträge darüber würden «derzeit endverhandelt», hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Die vollständige Bereitstellung der Liquiditätslinien solle bis Mitte November erfolgen. Bisher hatten bereits die Landesbanken BayernLB, WestLB und die HSH Nordbank signalisiert, den Rettungsfonds in Anspruch nehmen zu wollen.
Vor zwei Wochen hatte die Bundesregierung dann in einem Eilverfahren das Gesetz für ein Paket zur Rettung der gesamten deutschen Finanzbranche durch Bundestag und Bundesrat gebracht. Es sieht Bundesbürgschaften von 400 Milliarden Euro und Eigenkapitalhilfen von bis zu 80 Milliarden Euro vor. Bisher haben lediglich die Landesbanken BayernLB, WestLB und die HSH Nordbank signalisiert, den Rettungsfonds in Anspruch nehmen zu wollen. (dpa-AFX/dpa)