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Protest in der Börse: 

Attac verhüllt fallende Dax-Kurve

27. Okt 2008 17:42
Dax nicht mehr zu sehen: Attac protestiert im Börsensaal
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Spektakuläre Aktion von Attac: Mitglieder der Organisation sind in den Frankfurter Börsensaal eingedrungen. Sie verdeckten die berühmte Dax-Anzeige mit einem Spruchband.

Globalisierungsgegner vom Netzwerk Attac haben am Montag den Handelssaal der Frankfurter Börse gestürmt und gegen den Einfluss der internationalen Finanzmärkte protestiert. Als Teilnehmer einer Börsenführung kletterten sie nach eigener Darstellung von der Besuchertribüne über die Brüstung aufs Parkett. Sie verhüllten die weltbekannte Dax-Anzeigentafel minutenlang mit einem Transparent. Es trug die Aufschrift «Finanzmärkte entwaffnen! Mensch und Umwelt vor Shareholder Value!»

Mit der Aktion habe Attac ein Zeichen «gegen die Dominanz der Finanzmärkte» setzen wollen, sagte Stephan Schilling vom Attac-Koordinierungskreis der Nachrichtenagentur dpa. Die Polizei sprach von 10 bis 20 Teilnehmern, Attac von 20. Den Aktivisten gelang es, Sicherheitsnetze zu durchtrennen, über die Brüstung zu klettern und das Transparent auf der Kursanzeige zu entrollen. Außerdem wurden Flugblätter auf das Parkett geworfen. Der Handel wurde aber nicht unterbrochen.

Attac-Mitglieder klettern über eine Sicherheitsabsperrung in der Frankfurter Börse
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Der Sicherheitsdienst der Börse brachte die Attac-Mitglieder nach Polizeiangaben nach kurzer Zeit nach draußen. Danach verschwanden die Aktivisten aber, so dass die herbeigerufenen Beamten keine Personalien feststellen konnten. Es wird wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt. Die Börse verschärfte nach eigenen Angaben sofort die Sicherheitsvorkehrungen und sagte allen Besuchergruppen am Montag ab. Jährlich schauen sich etwa 40.000 Besucher den Handelsraum an.

Schilling sagte, er rechne nicht mit rechtlichen Konsequenzen. In einer Attac-Mitteilung hieß es, mit dem Protest habe Attac der Wut der Menschen über das «Versagen von Banken und Politikern» Ausdruck verleihen wollen. Die aktuelle Bankenkrise sei das Symptom eines Wirtschaftssystems, das alle gesellschaftlichen Ziele dem Profit der Aktienbesitzer unterordne. «Damit muss Schluss sein. Das Casino gehört geschlossen», forderte die Organisation. Mit Blick auf das 500-Milliarden-Rettungspaket erklärte Attac, statt die Probleme an der Wurzel zu packen, zielten die Aktivitäten der Bundesregierung allein darauf, «die Finanzmärkte mit gigantischen Mitteln aus der Staatskasse» zu beruhigen. (dpa/AP)

 
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