Porsche stockt auf: 

netzeitung.deVW-Aktie springt gewaltig nach oben

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VW-Logo auf der Konzernzentrale in Wolfsburg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe VW-Logo auf der Konzernzentrale in Wolfsburg
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die VW-Aktie erlebt ein gewaltiges Auf und Ab: Mal steigt sie an einem Tag um 55 Prozent, dann fällt sie binnen drei Tagen um 40 Prozent. Am Montag hat sich der Preis fast verdoppelt. Händler haben nur eine Erklärung.

Aktien von Volkswagen sind am Montag gegen den erneut sehr schwachen Markttrend deutlich angesprungen. Am Vormittag verteuerten sich die Stammaktien des Wolfsburger Konzerns um 89,7 Prozent auf 400,00 Euro, während der Dax um 2,5 Prozent nachgab. Ohne die Kursgewinne des Autobauers würde der Dax sogar rund 7,6 Prozent verlieren. Porsche-Aktien fielen um neun Prozent.

Auf dem Weg zur Mehrheitsübernahme hat der Stuttgarter Sportwagenhersteller laut einer Meldung vom Sonntag seinen Anteil an VW auf 42,6 Prozent aufgestockt. Porsche hält zusätzlich 31,5 Prozent in Form von Optionen zur Kurssicherung. Dies ergebe in der Summe einen Anteil von 74,1 Prozent.

Doch woher kommt nun der Run auf die VW-Aktien? Dahinter steht ein «massiver Short-Squeeze», wie ein Börsianer in Frankfurt erklärt – also der panikartige Rückkauf von leer verkauften Beständen. Einem Händler zufolge sind im vergangenen Monat rund 15 Prozent der Stammaktien an Leerverkäufer verliehen gewesen. Zur Eindeckung stehe den auf fallende Kurse setzenden Spekulanten jetzt nurmehr ein echter Streubesitz von 5,9 Prozent zur Verfügung.

Analyst Michael Punzet von der DZ Bank reagierte so auch mit einer spekulativen Kaufempfehlung: «Auch wenn die VW-Aktie aus fundamentaler Sicht überbewertet ist, erwarten wir nach der gestrigen Meldung von Porsche massive Short Eindeckungen. Wir ändern daher unser Rating von Verkaufen auf 'spekulativ' Kaufen. Da in einem solchen Short Squeeze Szenario jedes 'Kursziel' aus der Luft gegriffen erscheinen muss, haben wir dieses auf 911 Euro festgesetzt.»

Analysten uneins über Porsche
Sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, soll der Anteil an Volkswagen laut Porsche-Angaben im kommenden Jahr auf 75 Prozent aufgestockt werden und der Weg für einen Beherrschungsvertrag frei gemacht werden. Im Falle eines weniger günstigen Umfelds rechnet Analyst Daniel Schwarz von der Commerzbank damit, dass Porsche für einen Teil der Optionen einen Barausgleich wählen und sich mit 50 Prozent der Stimmrechte begnügen könnte.

«Bei einem angenommenen Basispreis von 80 Euro läge der Erlös für Optionen auf 25 Prozent der Stammaktien beim letzten Schlusskurs von 211 Euro bei 9,7 Milliarden Euro», rechnet der Experte vor. «Die Marktkapitalisierung von Porsche beträgt dagegen nur 8 Milliarden Euro.» Er stuft Porsche mit «Buy» beim Kursziel 70 Euro ein.

Mit Blick auf Porsche klaffen die Bewertungen der Analysten jedoch weit auseinander. «Abhängig von der Einschätzung für VW kann die Anteilserhöhung entweder deutlich wertschöpfend oder massiv verwässernd gesehen werden – wir gehen von Letzterem aus», schrieb Adam Jonas von Morgan Stanley. Er rät zum «Underweight» mit Ziel 58 Euro. Porsche weitet seinen Verschuldungsgrad deutlich aus, um ein Unternehmen zu kaufen, das hohe Verluste verzeichnen wird, sollten sich das wirtschaftliche Umfeld nicht schnell verbessern. «Mehr als 69 Euro je VW-Stammaktie zu bezahlen bedeutet Wertvernichtung.» (dpa-AFX)