10. Okt 2008 14:03
Schon beim Frühstück wussten viele Frankfurter Börsenhändler, dass es für den Dax nur eine Richtung geben wird: nach unten. Auch auf die nächsten Tage blicken die Börsianer mit Grauen: «Das hier ist noch lange nicht der Tiefpunkt.»
Es gibt kein Halten, nichts scheint den Abwärtstrend stoppen zu können. Der erneute schwarze Börsenfreitag war für Händler fast schon vorprogrammiert: «Im Moment weiß man doch schon beim Frühstück, was einem bevorsteht...», sagt einer. «Nachdem die Wall Street mit 7 und Tokio mit über 9 Prozent im Minus geschlossen hatte, war hier doch im Grunde schon alles schon gelaufen» heißt es. Wenn an den wichtigen Handelsplätzen die Panik ausbreche, könne sich dem einfach niemand entziehen. So eindeutig sind die Vorzeichen derzeit, dass es für Händler nur eine Richtung geben kann: «Und das ist nicht oben, ganz sicher nicht», stellt ein Händler trocken fest. Und so setzt der Dax seinen atemberaubenden Sturz fort, Weiß auf Schwarz dokumentiert auf den großen Anzeigetafeln im Frankfurter Handelssaal: Zeitweise kracht der Leitindex 10 Prozent ins Minus.
«Niemand will mehr ein Risiko eingehen. Alle wollen an ihr Geld und es unter die Matratze legen», sagt Wyss. Doch das Ergebnis ist eine gigantische Kapitalvernichtung: So haben sich allein in der Nacht auf Freitag 872 Milliarden Dollar an Aktienkapital in Luft aufgelöst.Und was steht den Börsen in den nächsten Tagen und Wochen bevor? «Das hier ist noch lange nicht der Tiefpunkt, da bin ich mir sicher», sagt eine Frankfurter Händlerin. Ein Absturz bis auf 3500 Punkte wie nach dem 11. September sei jetzt wahrscheinlich: «Nachhaltige Kursgewinne wird es in diesem Jahr nicht mehr geben», lautet ihr tiefschwarzer Ausblick. «Die kommen frühestens Ende nächsten Jahres, vielleicht sogar noch später.» (Matthias Armborst, AP)