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Nachrichtenüberblick vom 10.10.2008: 

News-Ticker: Dow Jones nach Zickzack leicht im Plus

10. Okt 2008 08:58, ergänzt 22:19
Stark im Minus: der Nikkei
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+++ EU-Länder treffen sich zu Krisengipfel +++ Dax erholt sich am Ende nur leicht +++ Glos fordert internationale Aktionen +++ Dow Jones stürzt weiter ab +++ Russland stellt weitere Milliarden bereit +++

Dow Jones landet nach Zickzack leicht im Plus

Die New Yorker Börse hat am Freitagabend nach einem ganztägigen Zickzackverlauf leicht ins Plus gedreht. Der Dow-Jones-Index war rund eine Stunde vor Handelsschluss um 74,31 Punkte oder 0,87 Prozent auf 8653,50 Zähler gestiegen. Bei Handelsbeginn war der Leitindex innerhalb weniger Minuten um rund 700 Zähler abgestürzt. Auch die Technologiebörse Nasdaq und der breiter gefasste Index Standard & Poor's 500 drehten im späten Handel ins Plus. Die Woche wird jedoch wahrscheinlich trotz der leichten Gewinne vom Abend als die schlechteste in der Geschichte des Dow Jones in die Annalen eingehen. (AP)

EU-Staatschefs treffen sich zu Krisengipfel

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone treffen an diesem Sonntag in Paris zusammen, um über Wege aus der Finanz- und Bankenkrise zu beraten. Das teilte das französische Präsidialamt am Freitagabend mit. «Dieses Treffen hat zum Ziel, einen gemeinsamen Aktionsplan der Staaten der Euro-Zone und der Europäischen Zentralbank angesichts der aktuellen Finanzkrise zu definieren», hieß es. Der Vorschlag zu dem Eurogruppe-Krisengipfel kommt vom spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero, der am Freitag mit EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy in Paris zusammengetroffen war. Zapatero war nicht zu dem Krisengipfel der großen EU-Staaten am vergangenen Samstag in Paris eingeladen worden. (dpa)

Dax erholt sich am Ende nur leicht

Mit deutlichem Abschlägen hat der deutsche Aktienmarkt eine der turbulentesten Börsenwochen beendet. Nach einer rasanten Talfahrt um bis zu 11,8 Prozent erholte sich der Leitindex Dax am Freitag bis zum Handelsende etwas, büßte aber immer noch 7,01 Prozent auf 4544,31 Zähler ein und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit Sommer 2005. Seinen bislang höchsten Kursverlust an einem Tag hatte der deutsche Leitindex vor knapp 20 Jahren mit 12,81 Prozent erlitten. Aber die gesamte Woche dürfte mit einem Minus von insgesamt rund 22 Prozent als schwarzes Kapitel in die Geschichte des Dax eingehen. Der MDax gab um 6,76 Prozent auf 5325,60 Punkte nach. Der TecDax verlor 4,81 Prozent auf 516,75 Zähler. (dpa-AFX)

Glos fordert internationale Aktionen

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat international abgestimmte Aktionen zur Rettung der Finanzmärkte gefordert. «Wir haben eine sehr ernste Situation an den Finanzmärkten, so wie es in diesem Jahrhundert noch nicht der Fall war, und ganz entscheidend ist jetzt, die Finanzmärkte durch koordinierte Aktionen ein Stück zu stabilisieren», sagte Glos am Freitag dem Nachrichtensender «n-tv». Bei einer solchen Aktion sollte auch die Bundesrepublik beteiligt sein.

Trotz der jüngsten dramatischen Zuspitzung der Krise an den Finanzmärkten sieht Glos aber nach wie vor keine Gefahr für das deutsche Wirtschaftswachstum. «Noch hat es keine Auswirkungen. Und wir müssen alles tun, um die Auswirkungen zu vermeiden», sagte er weiter. Ziel sei es, die Kreditversorgung der Wirtschaft sicherzustellen. Dies gelte insbesondere für die mittelständische Wirtschaft, die nicht im gleichen Maß wie die Großindustrie mit Eigenkapital finanziert sei. (dpa)

Dow Jones stürzt weiter ab

Binnen weniger Minuten nach Handelsbeginn sackte der Dow Jones Index am Freitag in New York sogar um 660 Punkte ab. An den sieben vorherigen Handelstagen hatte das Börsenbarometer bereits 2271 Punkte verloren. (AP)

Russland stellt weitere Milliarden bereit

Zur Stützung des kriselnden Finanzsystems in Russland hat das Parlament in Moskau am Freitag ein von Präsident Dmitri Medwedew vorgeschlagenes 63 Milliarden Euro schweres Rettungspaket verabschiedet. Der Großteil der Summe soll aus der Währungsreserve sowie einem staatlichen Reservefonds genommen und der Entwicklungsbank VEB zur Kreditierung anderer Banken zur Verfügung gestellt werden, wie die Agentur Interfax am Freitag meldete.

Russlands größte Geschäftsbank Sberbank erhalte aus dem Rettungspaket ein Darlehen der Zentralbank über 14,1 Milliarden Euro. Ministerpräsident Wladimir Putin teilte am Freitag mit, dass die Regierung in der kommenden Woche mit dem Kauf von Wertpapieren russischer Unternehmen beginne. Dafür seien 175 Milliarden Rubel (knapp 5 Mrd Euro) bereitgestellt. Dank hohen Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft verfügt Russland noch immer über Devisenreserven von etwa 500 Milliarden US-Dollar. (dpa)

Auch Liechtenstein leidet

Auch Liechtenstein leidet unter der Finanzmarktkrise. Der Netto-Neugeld-Zufluss der drei größten Bankengruppen fiel von 9,4 Milliarden Franken im ersten Halbjahr 2007 auf 0,6 Milliarden Franken im ersten Halbjahr 2008. Insgesamt reduzierten sich die betreuten Kundenvermögen im ersten Halbjahr 2008 um 8,1 Prozent gegenüber dem Stand von Ende 2007. Das teilte das Amt für Volkswirtschaft am Freitag mit. (AP)

GM und Ford droht der Infarkt

Durch die Finanzkrise stehen auch die US-Autoriesen in einem schweren Existenzkampf. Der rasende Absturz der beiden Aktien und eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit verschärfen die gewaltigen Probleme der Traditionsfirmen. Zum Artikel >>>

Finanzkrise beunruhigt die Deutschen

Die weltweite Finanzmarktkrise beunruhigt die Bundesbürger deutlich, von Panik ist aber noch keine Rede. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten neuen ZDF-Politbarometer hervor. Der Börsencrash hat bei den Befragten inzwischen auch die Arbeitslosigkeit klar als Thema Nummer Eins verdrängt. Das Thema Finanzmarktkrise wird von 49 Prozent der insgesamt 1.276 von der Forschungsgruppe Wahlen befragten Deutschen als wichtigstes politisches Problem genannt.

Es lag damit deutlich vor der Arbeitslosigkeit mit 32 Prozent. Dass aufgrund der Krise auf den Finanzmärkten das Bankensystem in Deutschland zusammenbrechen kann, glauben lediglich 22 Prozent, 41 Prozent glauben das nicht. Allerdings trauen sich dazu 37 Prozent dazu kein Urteil zu. Dass die Bundesregierung eine Garantie für die Spareinlagen und die Girokonten abgegeben hat, finden 72 Prozent richtig, nur 8 Prozent falsch. Trotz dieser Garantie halten allerdings nur 55 Prozent ihre persönlichen Spareinlagen und die Guthaben auf Girokonten für sicher, 37 Prozent dagegen für unsicher. (AP)

Gewinneinbruch bei General Electric

Die Finanzkrise hat dem US-Mischkonzern General Electric (GE) im dritten Quartal einen massiven Gewinneinbruch beschert. Durch die Schwäche der Finanzsparte, die in besseren Zeiten einen Großteil des Konzerngewinns beigesteuerte, sank der Konzern- Überschuss um 22 Prozent auf 4,31 Milliarden Dollar. Je Aktie fiel das Ergebnis um zehn Prozent auf 0,45 Dollar, wie GE am Freitag in Fairfield mitteilte. Der Konzern hatte vor zwei Wochen bereits die Märkte auf ein schwaches Quartal eingestimmt und seinen Ausblick für das Gesamtjahr verringert.

Mit seinen Finanzdienstleistungen verdiente GE im Quartal zwei Milliarden Dollar und damit 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Andere GE-Sparten wie etwa Energie-Infrastruktur oder Mediengeschäft mit dem Sender NBC Universal konnten hingegen zulegen. (dpa)

Merkel mahnt internationale Regeln an

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zur Bewältigung der Finanzkrise eine internationale Zusammenarbeit angemahnt. Nötig seien «internationale Regeln», damit sich eine Finanzkrise wie derzeit nicht wiederhole, sagte Merkel am Freitag in Dresden auf einem CDU-Perspektivkongress. Zugleich verteidigte sie angesichts der schwierigen Situation das Eingreifen des Staates. Wenn große Banken in Gefahr seien, müssten diese geschützt werden, sagte die Kanzlerin. Es gehe nicht darum, den Bankern zu dienen. Ziel der Aktivitäten sei es vielmehr, die Anlagen und Sparguthaben der Bevölkerung zu schützen. «Das ist die Maxime des Handelns», fügte Merkel hinzu. (AP)

Bundesregierung will keine Banken verstaatlichen

In der dramatischen Finanzkrise hat die Bundesregierung derzeit keine Pläne für eine Verstaatlichung von Banken in der Schublade. Dazu gebe es keine aktuellen Überlegungen, sagte der Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Freitag in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ein verstärktes staatliches Eingreifen grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Es gebe aber keinerlei Festlegung über mögliche künftige Maßnahmen, betonte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg.

Das Finanzministerium räumte ein, dass die Entscheidungen von Regierungen und Notenbanken die Verunsicherung an den Märkten bislang nicht stoppen konnten. An den Börsen in New York, Tokio und Frankfurt gab es heftige Kurseinbrüche. «Offensichtlich haben wir noch keinen Weg gefunden, der die Märkte von sich aus fundamental beruhigen würde», sagte der Sprecher des Finanzministeriums. (dpa)

Ölpreis stürzt auf Jahrestief

Die Ölpreise sind am Freitag nach einem massiven Kurseinbruch an den Aktienmärkten und neuen Sorgen vor einem Abrutschen der Konjunktur auf neue Jahrestiefststände gefallen. Im Handelsverlauf ist der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im November zeitweise auf ein neues Jahrestief knapp über die Marke von 80 US-Dollar abgerutscht. Im frühen Nachmittagshandel kostete ein Barrel zuletzt 82,32 Dollar. Das sind immer noch 4,27 Dollar weniger als am Vortag.

An der Rohstoffbörse in London ist der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent zuletzt sogar deutlich unter die Marke von 80 Dollar gefallen. Nach einem neuen Jahrestief bei 77,29 Dollar war hier ein Fass zuletzt für 78,50 Dollar zu haben. Das sind 4,16 Dollar weniger als am Vortag. Die Sorge vor einem deutlichen Abrutschten der Weltwirtschaft und ein damit verbundener Einbruch der Nachfrage nach Rohöl ist nach Einschätzung von Experten das alles beherrschende Thema an den Ölmärkten. (dpa-AFX)

Geschützte Zertifikate von Sparkassen Genossenschaftsbanken

Sparkassen-Kunden und Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken können aufatmen: Anders als bei den privaten Banken sind Zertifikate der genossenschaftlichen oder öffentlichen Institute durch deren Sicherungseinrichtungen geschützt, und zwar zu 100 Prozent, also ohne betragsmäßige Begrenzung. «Dieser Schutz gilt bei den Volks- und Raiffeisenbanken für alle eigenen Zertifikate in Form von Inhaberschuldverschreibungen», sagte Steffen Steudel, Sprecher beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken in Berlin, am Freitag. Im Klartext heißt das jedoch: Die Sicherung greift nicht, wenn Kunden bei den Volks- und Raiffeisenbanken Zertifikate anderer Institute - wie etwa die von Lehman Brothers - gekauft haben. «Die überwiegende Zahl der von uns verkauften Zertifikate sind aber eigene», betonte Steudel. (dpa)

Handel an Russlands Börsen erneut ausgesetzt

Die russische Wertpapiermarktbehörde hat zur Verhinderung von Kursverlusten infolge der internationalen Finanzkrise den Aktienhandel am Freitag erneut ausgesetzt. Die russischen Börsen RTS und Micex blieben angesichts der dramatischen Einbrüche an den Börsen in Europa, Asien und den USA «bis auf Weiteres» dicht, entschied die Behörde nach Angaben der Agentur Interfax. Die Pensionsgeschäfte liefen allerdings weiter.

Die Leitindex RTS hatte am Montag mit einem Minus von 19,1 Prozent den stärksten Sturz in seiner Geschichte erlebt. Seit dem 19. Mai, als der RTS-Index auf ein Rekordhoch von 2498,10 Punkten geklettert war, verlor der russische Aktienmarkt mehr als 70 Prozent seines Wertes. Zuletzt lag der RTS bei 844,75 Punkten. (dpa)

Wiener Börse setzt Handel aus

Nach dramatischen Kursabstürzen ist der Handel an der Wiener Börse am Freitag ausgesetzt worden. Das Kaufen und Verkaufen sämtlicher Aktien werde bis voraussichtlich 12 Uhr mittags gestoppt, teilte die Börse mit. Damit solle der Markt beruhigt werden. In den ersten Minuten nach Börsenbeginn war es zu einem Verlust von rund zehn Prozent gekommen. Nach Angaben einer Sprecherin waren die starken Kursverluste am Morgen und bereits in den vergangenen Tagen der Grund für das Aussetzen des Handels. In der Geschichte der Wiener Börse sei das bisher noch nie vorgekommen.

An der Börse in Österreich sind rund hundert Unternehmen gelistet. Der wichtigste Index ist der ATX, der 20 Werte umfasst. Nach Einstellung des Handels hat die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) mit sofortiger Wirkung neue Regeln für den Aktienhandel in Kraft gesetzt. Demnach wird der Handel ausgesetzt, wenn sich der Kurs eines Papiers um mehr als 10 Prozent verändert. Außerdem kann ab sofort Short-Selling - der Verkauf von Aktien, die der Käufer nicht besitzt - mit einzelnen oder allen gehandelten Wertpapieren untersagt werden. (dpa)

Brown fordert «globale Lösung»

Der britische Premierminister Gordon Brown hat die internationale Staatengemeinschaft zur Suche nach einer globalen Lösung in der Finanzmarktkrise aufgerufen. Weltweit müssten neue Richtlinien erarbeitet werden, um das internationale Bankensystem zu reformieren, schrieb Brown in der Freitagausgabe der «Times». Die Krise sei ein «globales Problem», das eine «globale Lösung» brauche. Außer dem Treffen der wichtigsten Industriestaaten am Freitag in Washington (G7) solle es ein weiteres internationales Spitzentreffen zur weltweiten Finanzkrise geben, sagte Brown.

Der Premierminister schlug in seinem Bericht vor, andere Länder sollten dem Beispiel Großbritanniens folgen und Garantien für neue Leihgeschäfte unter Banken garantieren. Außerdem müsse die Transparenz der Finanzmärkte mit schärferen internationalen Vorschriften verbessert werden. «Erfolgreiche Marktwirtschaften beruhen auf Vertrauen in das Finanzsystem», schrieb der Premierminister. Brown bezeichnete die Finanzaufsicht auf nationaler Ebene als «unzureichend» und forderte die sofortige Einrichtung von grenzübergreifenden Institutionen. (dpa)

Kein Handelsstopp beim Dax

Für außergewöhnliche rasante Kurseinbrüche im Leitindex Dax gibt es bei der Deutschen Börse keine festgelegten Regeln. «Im Prinzip läuft der Handel weiter», sagte ein Sprecherin des Marktbetreibers am Freitag, egal wie stark der Dax falle. «Mechanismen in Form von Handelsaussetzungen, wie sie etwa an der Pariser Börse existieren, gibt es bei uns nicht», ergänzte sie. (dpa-AFX)

Goldpreis schießt nach oben

Die Panik an den globalen Finanzmärkten hat den Goldpreis am Freitag kräftig in die Höhe getrieben. Mit dem neuerlichen Einbruch an den internationalen Aktienmärkten kletterte der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) in der Spitze zeitweise über 930 US-Dollar. Zuletzt kostete eine Feinunze 924,40 Dollar und damit noch rund 12 Dollar mehr als am Vortag. Die Investoren haben bei der Suche nach Sicherheit ihre Bestände bei Goldfonds inzwischen auf ein Rekordniveau aufgestockt, hieß es bei Barclays Capital. Experten verwiesen aber darauf, dass der Preis eigentlich bereits viel stärker in Richtung der Rekordmarke von knapp über 1.000 Dollar vom März hätten steigen müssen. (dpa)

Kurseinbruch in London

Der Londoner FTSE 100 stürzte um 5,88 Prozent auf 4.060,13 Punkte ab. «Die traurige Wahrheit ist, dass die Märkte entschieden haben, dass die globalen Zinssenkungen nicht genug waren. Die Frage ist nun, wie wir aus der Abwärtsspirale herauskommen», sagte ein Händler. (AP)

Kurssturz auch in Frankreich

Kurssturz auch an der Börse in Frankreich: 20 Minuten nach Handelsbeginn stand der Index der 40 wichtigsten Unternehmen (CAC 40) am Freitag mit 8,9 Prozent im Minus. Vom Abwärtsstrudel waren alle Firmen betroffen. Die Aktien des Stahlkonzerns Arcelor-Mittal verloren zwischenzeitlich mehr als 11 Prozent, der Stromkonzern GDF Suez büßte fast 14 Prozent ein, der Europäische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS war mit 9 Prozent im Minus. (AP)

Dax stürzt um knapp zehn Prozent ab

Nach extrem negativen Vorgaben aus New York und Tokio ist der wichtigste deutsche Aktienindex heftigen Erschütterungen ausgesetzt. Zum Artikel >>>

Erste japanische Versicherung geht pleite

In Japan ist erstmals ein Finanzinstitut als direkte Folge der US-Hypothekenkrise untergegangen. Die fast 100 Jahre alte Lebensversicherung Yamato Life Insurance musste am Freitag mit Schulden von 269,5 Milliarden Yen bei Gericht Gläubigerschutz beantragen. Es ist der erste Zusammenbruch in Japans Versicherungsbranche seit sieben Jahren. Yamato gehörte zu den Versicherern des Landes, die sich am stärkten bei hochriskanten Finanzanlagen engagiert hatten und nun von der globalen Krise voll erwischt werden. Experten schließen weitere Pleiten nicht aus. (dpa)

Euro fällt unter 1,35 Dollar

Kursstürze an den Aktienmärkten in den USA und in Japan haben den Euro am Freitag bis an die Marke von 1,35 US- Dollar gedrückt. Im frühen Handel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,3534 Dollar. Ein Dollar war 0,7386 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch auf 1,3682 (Mittwoch: 1,3731) Dollar festgesetzt. (dpa)

Nikkei bricht dramatisch ein

Der japanische Leitindex ist vom Dow Jones abwärts gerissen worden: Er verlor am Morgen mehr als zehn Prozent. Auch für den Handelstag in Frankfurt befürchten Experten einen panischen Ausverkauf und stark fallende Kurse. Zum Artikel >>>

20-Milliarden-Rettungsaktion in den Niederlanden

Bei ihrer bislang umfangreichsten Rettungsoperation für die Finanzwirtschaft stellt die Regierung der Niederlande Notkredite im Umfang von 20 Milliarden Euro bereit. Alle Banken und Versicherer des Landes, die Liquiditätsprobleme haben oder bekommen, könnten Zahlungen aus dem Milliarden-Paket beantragen, erklärten Finanzminister Wouter Bos und Zentralbankchef Nout Wellink am späten Dienstagabend. Zugleich gab Bos Garantien für niederländische Kunden der bankrotten isländischen Online-Bank Icesave bis zu jeweils 100 000 Euro bekannt.

Die Hilfe für die Finanzwirtschaft der Niederlande werde ungeachtet der Größe der betroffenen Unternehmen gewährt, betonte Wellink. Angesicht der sich verschlimmernden internationalen Kreditkrise müsse das Überleben von «im Prinzip gesunden Finanzunternehmen» gesichert werden. Die Notkredite sollten zudem das Vertrauen der Banken untereinander stärken und die Geldzirkulation ankurbeln. «Die alte niederländische Redewendung trifft zu: Geld muss sich bewegen», sagte Bos vor Journalisten in Den Haag. (dpa)

 
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