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Panik an den Börsen: 

Dow Jones Index schließt unter 10.000er-Marke

06. Okt 2008 16:43, ergänzt 22:24
Der Dax stürzt nach dem Dow Jones Index rapide ab
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Panik an den weltweiten Aktienmärkten: Nach den jüngsten Turbulenzen in der Finanzbranche ist der Dax auf den tiefsten Stand seit Juli 2006 gefallen. In New York verzeichnete der Dow Jones Index zeitweise den größten Verlust seiner Geschichte.

Auch bei den Anlegern an der Wall Street geht die Angst um: Der Dow-Jones-Index an der New Yorker Börse verlor am Montag im Handelsverlauf über 800 Punkte - so viel wie nie zuvor an einem einzigen Tag. Bis zum Handelsschluss machte der bekannteste Börsenindex der Welt einen Teil seiner Verluste aber wieder wett und lag noch mit rund 350 Punkten im Minus bei etwa 9.971 Zählern. Zuvor hatten bereits die Aktienmärkte von Ostasien bis Europa teils massive Einbußen zu verzeichnen.
Der Leitindex lag damit erstmals seit dem 29. Oktober 2004 unter der 10.000-Punkte-Marke. Auch andere Indizes stürzten am Montag im Handelsverlauf ab. Der Standard & Poor's 500 Index brach um 59,35 Zähler oder 5,40 Prozent auf 1.039,88 Punkte ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 104,37 Zähler oder 5,36 Prozent auf 1.843,02 Punkte.

Ein regelrechtes Börsenbeben erschütterte in immer neuen Schockwellen die Weltmärkte. Vor allem nach Handelseröffnung in New York ging es dramatisch bergab: Der Deutsche Aktienindex (Dax) stürzte zeitweise bis auf 5.293 Punkte ab und schloss mit einem Minus von 7,1 Prozent bei 5.387 Zählern.

Der TecDAX raste 11,3 Prozent in die Tiefe auf nur noch 604 Punkte. Der M-Dax verlor 8,7 Prozent auf 6.132 Zähler. Trotz aller fieberhaften staatlichen Rettungsversuche wie Garantien für Sparer, dem US-Antikrisen-Paket und der 50-Milliarden-Euro-Kreditlinie für die deutsche Hypo Real Estate ging es weltweit bergab.

Auch in den USA gerieten die Bankenwerte massiv unter Druck - wie bereits zuvor an den europäischen Börsen. So fielen die Aktien von Bank of America, JPMorgan und Merrill Lynch zwischen fünf und gut sechs Prozent.


An der Börse im brasilianischen São Paulo hat die Finanzkrise Panik ausgelöst. Schon 18 Minuten nach dem Beginn der Geschäfte wurde der Handel am größten Aktienmarkt Lateinamerikas am Montag ausgesetzt, nachdem der Leitindex Bovespa um mehr als zehn Prozent abgesackt war. Der so genannte Circuit Breaker wird in der südamerikanischen Wirtschaftsmetropole bei einer Veränderung von mehr als zehn Prozent automatisch benutzt, um die Marktteilnehmer zu beruhigen.

Nach einer halben Stunde wurde der Handel wieder aufgenommen. Kurz nach 11.00 Uhr Ortszeit hatte der Bovespa allerdings um 10,5 Prozent auf rund 39.824 Punkte nachgegeben. Wenn der Bovespa um insgesamt 15 Prozent im Vergleich zum Schlussniveau des Vortags einbrechen sollte, würde der Handel für eine weitere Stunde gestoppt werden

Im freien Fall

In Russland waren die Kurse im freien Fall. der Handel wurde wie schon mehrfach in der vergangenen Woche ausgesetzt. Der Micex-Index war zuvor mehr als 15 Prozent in die Tiefe, der RTS sackte fast 14 Prozent ab. Der Ölpreis, das Rückgrat der russischen Wirtschaft, sank erneut: An der Börse in Singapur fiel der Preis für ein Barrel leichtes Rohöl um 4,96 Dollar auf 89,19 Dollar. Damit ist der Ölpreis seit den Höchstständen im Sommer um fast 40 Prozent eingebrochen.

Im Sog der Finanzkrise und schlechter Vorgaben aus Übersee brachen die Aktienkurse auch an der Schweizer Börse ein. Der Swiss Market Index (SMI) eröffnete mit einem Minus von 3,69 Prozent und notierte zunächst bei 6.626,16 Punkten. In Paris ging der CAC 40 mit 4,77 Prozent in den Keller. Der britische Leitindex FTSE 100 sackte in den ersten 15 Handelsminuten 4,6 Prozent ab. An der Wiener Börse war im frühen Handel ein Minus von 8,4 Prozent des Leitindex' ATK Index zu verzeichnen.

«Symptom einer Vertrauenskrise»

Die Kursstürze sind nach Einschätzung von Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz «Symptom einer Vertrauenskrise, wie es sie bisher nicht gegeben hat». Die staatlichen Eingriffe wie das US-Rettungspaket, die Milliarden-Kreditlinie für die Hypo Real Estate und die Garantie der Bundesregierung für Spareinlagen seien «notwendige Hilfsmaßnahmen» gewesen. «Doch es gibt keinerlei positive Tendenzen aus dem Markt heraus, etwas, das den Markt von innen stabilisiert», sagte der Aktionärsschützer.

Die Finanzmarktkrise bezeichnete Cabras als sehr ernst. «Wenn die Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstselbst ein Signal setzt, dann kann man schon daran sehen, wie ernst die Lage ist», sagte er unter Verweis auf die Übernahme der Staatsgarantie für Spareinlagen in Deutschland. Für die nächste Zukunft gelte: «Das Tollste, was dem Markt passieren kann, ist, dass er daraus lernt: Transparenz, Transparenz, Transparenz - damit so etwas nie wieder passiert.»

Angst in Asien

Auch in Asien waren die Aktienmärkte am Montag eingebrochen. In Tokio fiel der Nikkei-Index um 4,25 Prozent auf 10.473,09 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren. Ausschlaggebend war dafür laut Beobachtern die Besorgnis, dass nach der Verabschiedung des 700-Milliarden-Dollar-Rettungspakets im US-Kongress am Freitag die Krise nun auf Europa übergreift.

Unklar sei zudem, wie schnell damit die eingefrorenen Kreditmärkte wieder flüssig gemacht werden können. In Hongkong sank der Hang-Seng-Index um 3,7 Prozent auf 17.198 Punkte. Auch die Börsen auf dem chinesischen Festland, in Australien, Südkorea, Singapur und Thailand tendierten deutlich schwächer. Der wichtigste indonesische Index stürzte um mehr als fünf Prozent ab. (dpa, AP)

 
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