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Rekordpreis an Rohstoffbörse: 

Öl kostet mehr als 140 Dollar

26. Jun 2008 21:48
Wird ein Barrel Öl bald mehr als 170 Dollar kosten?
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Eine Spekulation des Opec-Präsidenten, die Drohung eines libyschen Spitzenfunktionärs und ein Streik in Nigeria haben die Öl-Händler nervös gemacht. Der Barrelpreis stieg und stieg und stieg.

Die Ölpreise sind am Donnerstag erstmals über die Marke von 140 Dollar gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Auslieferung im August stieg in der Spitze bis auf 140,05 Dollar. Die vergangene Rekordmarke war vor gut einer Woche bei 139,89 Dollar erreicht worden. Öl der Nordseesorte Brent markierte am Donnerstag ebenfalls einen Rekordstand bei 140,38 Dollar je Barrel.

Anschließend gingen die Preise wieder etwas zurück. Ein Barrel WTI wurde dann noch mit 139,59 Dollar gehandelt. Das waren 5,04 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel Brent lag bei 139,77 Dollar - 5,44 Dollar mehr als am Vortag.

Ein Auslöser des Preissprungs war eine Einschätzung des Präsidenten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) Chakib Khelil. Seiner Auffassung nach dürfte der Ölpreis im Sommer auf 150 bis 170 Dollar je Barrel steigen. Zum Jahresende könnten die Preise aber wieder sinken, sagte der Präsident am Donnerstag dem französischen Fernsehsender «France 24».

Libyen droht mit Produktionskürzung

Für weitere Unsicherheit sorgte der Chef der staatlichen Ölgesellschaft Libyens. Schokri Ghanem schloss nach Medienberichten eine Produktionskürzung nicht aus, da der Markt hinreichend versorgt sei.

Auf kurze Sicht dürfte der Ölpreis auf hohem Niveau weiter schwankend bleiben, schrieb der Rohstoffexperte der Commerzbank, Eugen Weinberg. Der Streik der Angestellten bei Chevron in Nigeria, der am Donnerstag in den dritten Tag ging, aber bislang noch nicht zu Produktionsausfällen geführt habe, halte die Spannung am Markt. Zudem ziehe auch die nahe Marke von 150 Dollar den Ölpreis noch nach oben.

Unterdessen gehen Händler davon aus, dass die Heizölpreise trotz einer leichten Entspannung am Markt bis Ende des Jahres nicht spürbar sinken werden. Neben einem relativ niedrigen Angebot an Öl drückten der traditionell hohe Spritverbrauch in den Sommermonaten und voraussichtlich von Herbst an die beginnende Heizsaison auf die Preise, sagte der Zweite Vorsitzende des Verbandes für Energiehandel (VEH) Südwest-Mitte, Bernd Schilly, in Stuttgart. Derzeit koste der Liter Super-Heizöl etwa 97 Cent. Im vergangenen halben Jahr sei der Heizölpreis um ein Viertel gestiegen. (dpa/AP)

 
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