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Angst vor Inflation: 

US-Notenbank lässt Leitzins bei zwei Prozent

25. Jun 2008 21:07
Angst vor der Inflation begründet die Entscheidung
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Nach sieben Zinssenkungen in Folge hat die US-Notenbank den Leitzins unverändert gelassen. Sie hält die Gefahren durch steigende Preise für höher als die durch die US-Konjunkturschwäche.

Die US-Notenbank hat den Leitzins angesichts wachsender Inflationssorgen und zugleich flauer Konjunktur bei 2 Prozent belassen. Zuvor hatte der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) ihn vor dem Hintergrund der Kredit- und Immobilienkrise seit September von 5,25 Prozent in sieben Schritten gesenkt. Ökonomen rechnen nun damit, dass die Währungsgüter in Washington den Leitzins vom Herbst an allmählich wieder anheben.

In ihrer Pressemitteilung machte die Notenbank deutlich, dass sie die Gefahren für die Wirtschaft durch die Teuerung wegen rasant gestiegener Preise für Energie und Nahrungsmittel inzwischen für größer hält als durch die Konjunkturschwäche. «Obwohl Risiken für das Wachstum bestehen, scheinen sie etwas geringer geworden zu sein. Die Risiken durch Inflation und Inflationserwartungen sind gestiegen», hieß es. Die Unsicherheit über die künftige Teuerung «bleibt hoch».

Lage auf US-Arbeitsmarkt eingetrübt

Dennoch sei anhand der jüngste Daten zu erwarten, dass die US- Wirtschaft weiter wachsen werde. Allerdings habe sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter eingetrübt, während der Finanzsektor «weiter unter beträchtlichem Stress steht». Die Krise auf dem Immobilienmarkt und die hohen Energiepreise werden voraussichtlich noch über die nächsten Quartale die Wirtschaft belasten, hieß es weiter. Ein Mitglied des Offenmarktausschusses der Fed stimmte gegen die Entscheidung und sprach sich für eine Zinserhöhung aus.

Trotz Rezessionsbefürchtungen war die größte Volkswirtschaft der Welt in den ersten drei Monaten des Jahres nach vorläufigen Zahlen mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,9 Prozent gewachsen. Fachleute erwarten für das zweite Quartal auch dank milliardenschwerer Steuergeschenke der US-Regierung an die Bürger einen ähnlichen Wert. Allerdings war zugleich die Arbeitslosenquote im Mai deutlich auf 5,5 Prozent gestiegen.

IWF analysiert US-Finanzsektor

Der Internationale Währungsfonds (IWF) beginnt derweil im Herbst mit einer umfassenden Analyse des US-Finanzsektors. Dabei solle untersucht werden, wieweit die Finanzinstitutionen der größten Volkswirtschaft der Welt wie beispielsweise die Notenbank oder die Börsenaufsicht SEC «stabil untermauert» seien, teilte eine Sprecherin des Fonds am Mittwoch in Washington mit. Die US-Regierung habe bereits Anfang vergangenen Jahres einer solchen Untersuchung zugestimmt, deren Ergebnis für 2010 erwartet werde.

Der Weltwährungsfonds überprüfte im Rahmen des seit 1999 bestehenden Programms zur Finanzsektor-Analyse (FSAP) gemeinsam mit der Weltbank bereits 85 seiner 185 Mitgliedsländer, darunter 2003 auch Deutschland. Dabei nahm der IWF auch die acht größten Industriestaaten (G8) mit Ausnahme der USA unter die Lupe. (dpa)

 
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