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Krise der Staatsbank: 

Ulrich Schröder soll neuer KfW-Chef werden

29. Apr 2008 20:47
Ulrich Schröder wird neuer KfW-Chef
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Der Vorstandschef der NRW.Bank tritt angeblich die Nachfolge von Ingrid Matthäus-Maier an. Das verlautete aus Regierungskreisen. Als wichtigste Aufgabe gilt der Verkauf der IKB-Beteiligung.

Neuer Chef der Staatsbank KfW wird der Vorstandsvorsitzende der nordrhein-westfälischen Förderbank NRW.Bank, Ulrich Schröder. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin. Schröder tritt die Nachfolge der Anfang April zurückgetretenen KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier an. Die Wahl sei auf Schröder gefallen, weil er im Umgang mit der Politik große Erfahrung habe und ein umsichtiger Manager sei, hieß es.

Der 56-jährige Schröder ist seit Gründung der NRW.Bank 2002 Vorstandsmitglied der größten deutschen Landesförderbank und seit Januar 2006 Vorstandschef. Der studierte Jurist und Betriebswirt ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach seinem Studium und einer Promotion arbeitete er 1983 bei der Westdeutschen Landesbank Girozentrale und hatte danach verschiedene leitende Positionen im In- und Ausland.

Matthäus-Maier gab auf

Schröders wichtigste Aufgabe wird der Verkauf der IKB-Beteiligung sein, auf den sich die Politik geeinigt hatte. Die KfW-Bankengruppe fördert als staatliche Bank unter anderem den Mittelstand, Umweltschutzprojekte oder auch Projekte in Entwicklungsländern.

Matthäus-Maier hatte im April die Konsequenzen aus dem Debakel bei der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB gezogen, die sich am US-Immobilienmarkt im großen Stil verspekuliert hatte und mit Milliardenhilfen von der KfW gerettet wurde. Den Sprecherposten gab die 62-Jährige sofort auf, im September verlässt sie den Vorstand aus «akuten gesundheitlichen Gründen» und geht in den Ruhestand.

KfW-Verlust bei 6,2 Milliarden Euro

Die KfW ist zu rund 43 Prozent an der IKB beteiligt. Mehrfach musste sie der Bank nach Ausbruch der internationalen Finanzkrise im Sommer vergangenen Jahres mit milliardenschweren Zusagen unter die Arme greifen. Dabei übernahm sie auch die Risiken aus den Zusagen der IKB an ihre umstritene Zweckgesellschaft «Rhineland Funding».

Durch die Stützungsmaßnahmen weist die KfW nun nach Angaben von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der Vorsitzender des Verwaltungsrates ist, für 2007 selbst einen Verlust von 6,2 Milliarden Euro aus.

Die frühere SPD-Politikerin Matthäus-Maier hatte stets jegliche Verantwortung für die Probleme zurückgewiesen. Die Geschäfte der IKB mit zweitklassigen US-Immobilienkrediten waren bereits vor der Amtszeit von Matthäus-Maier begonnen worden. (dpa)


 
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