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Krise an den Finanzmärkten: 

Britische Banken erhalten Milliarden-Hilfe

21. Apr 2008 14:09
Die Bank of England will angeschlagene Geldinstitute unterstützen
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Die Bank of England hat auf die US-Hypothekenkrise reagiert und will mithilfe von Tauschgeschäften angeschlagene Banken bis zu drei Jahre lang stabilisieren. Dafür werden eigens Staatsanleihen bereitgestellt.

Die Bank of England (BoE) hat ein milliardenschweres Hilfspaket zur Liquiditätsversorgung britischer Geschäftsbanken aufgelegt. Den Kreditinstituten solle damit die Möglichkeit gegeben werden, forderungsbesicherte Wertpapiere übergangsweise gegen Staatsanleihen zu tauschen, teilte die Bank of Notenbank am Montag in London mit. Das Volumen des Tauschgeschäfts werde zunächst auf rund 50 Milliarden Pfund veranschlagt, wobei die tatsächliche Inanspruchnahme von den Marktumständen abhänge.

Die Laufzeit der jeweiligen Tauschgeschäfte belaufe sich auf zunächst ein Jahr, mit der Möglichkeit der Verlängerung auf insgesamt drei Jahre. Die Geschäftsbanken können das Tauschgeschäft innerhalb der kommenden sechs Monate in Anspruch nehmen. Die Ausfallrisiken der entsprechenden ABS-Papiere verblieben aber bei den Geschäftsbanken, unterstreicht die BoE. Im Rahmen des Geschäfts würden nur Wertpapiere angenommen, die bereits vor Ende 2007 existierten. Jüngere Wertpapiere seien von dem Swap ausgeschlossen.

Die neue Maßnahme solle die Liquidität des Bankensystems verbessern und das Vertrauen in die Finanzmärkte stärken, sagte Notenbank-Chef Mervin King. Das Volumen könnte durchaus höher als die zunächst angesetzten 50 Milliarden Pfund ausfallen. Bei der Maßnahme gebe es mit Blick auf das Volumen «keine festen Grenzen». Für die Steuerzahler würden sich durch das Nothilfepaket «nur sehr geringe Risiken» ergeben. Auch wenn neue Staatsanleihen ausgegeben werden müssten, würde sich die Verschuldung der öffentlichen Haushalte nicht erhöhen, unterstrich King.

Positive Signale

Nach Einschätzung der Postbank ist die Maßnahme der Bank of England prinzipiell positiv zu werten. «Die BoE sendet mit der Maßnahme ähnlich positiv zu wertende Signale wie andere große Notenbanken aus, was die Märkte voraussichtlich weiter beruhigen sollten», sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. Zugleich habe die BoE deutlich gemacht, dass sie - anders als etwa die US-Notenbank - weiterhin zwischen liquiditätssteigernden Maßnahmen am Interbankenmarkt einerseits und der grundsätzlichen Geldpolitik über Leitzinsen andererseits trenne.

Hintergrund des Hilfpakets ist der rapide Wertverfall vieler forderungsbesicherter Wertpapiere seit dem Ausbruch der US-Hypothekenkrise im Sommer 2007. Nachdem die entsprechenden Märkte nahezu ausgetrocknet waren, war ein Verkauf der Wertpapiere kaum noch möglich. Auch als Sicherheit kommen die Papiere kaum mehr in Frage. Dies spiegelt sich auch in zeitweise erheblich gestiegenen Zinssätzen an dem sogenannten Geld- oder Interbankenmarkt wider. Angesichts der hohen Unsicherheit, wie stark einzelne Kreditinstitute von mögliche Ausfällen infolge der Hypothekenkrise betroffen sind, waren die Geschäftsbanken kaum noch bereit, sich gegenseitig Kredite zu gewähren. (dpa)

 
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