Neuer Erkenntnisse gab es zu den Belastungen der Hypotheken- und Finanzmarktkrise für die US-Konjunktur. Nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) droht der US-Wirtschaft der Stillstand. Im ersten Quartal rechnet sie lediglich mit einem Wachstum von 0,1 Prozent im Quartalsvergleich. Im zweiten Quartal sei sogar mit einem Nullwachstum - also einer Stagnation - zu rechnen, erklärte die Organisation am Donnerstag in Paris in ihrem Zwischenbericht. In der Eurozone werde die Wirtschaft im ersten und zweiten Quartal nur 0,5 und 0,4 Prozent zulegen. Im Dezember war die OECD noch von 1,8 und 1,9 Prozent Wachstum ausgegangen. «In der Eurozone wird das Wachstum langsamer gebremst als in den USA», schreiben die Experten. Und obwohl die Exportwirtschaft den Euro-Höhenflug bislang gut verkrafte, werde das Wachstum noch eine ganze Weile unter seinem Potenzial bleiben. Für die USA hatte die OECD im Dezember noch ein Wachstum von 1,1 und 1,5 Prozent für die beiden ersten Quartale 2008 berechnet. Nun komme die Konjunktur nach einem Wachstum von 0,1 Prozent zum Jahresbeginn im zweiten Quartal zum Stillstand. «Es könnte zu früh sein, von einer Rezession zu sprechen, aber die Wirtschaftsflaute breitet sich schnell aus.»
Gleichzeitig erhöhte die OECD ihre Wachstumsprognose für Deutschland leicht: Die deutsche Wirtschaft werde im ersten Quartal 2008 voraussichtlich um 0,6 Prozent im Vorquartalsvergleich wachsen, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Dezember vorhergesagt.
Das US-Konjunkturbarometer fiel im Februar zum fünften Mal in Folge. Der Index, der auf zehn wichtigen US-Wirtschaftsdaten beruht, sank um 0,3 Prozent, wie das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, mitteilte. Vor allem ein schwächerer Arbeitsmarkt und Bausektor sowie die Erwartungen der Verbraucher drückten das Barometer nach unten. Der Index gibt Aufschluss über die US- Wirtschaftsentwicklung über die nächsten drei bis sechs Monaten.