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Steinbrück für Kooperation der Politik mit Banken: 

«Größte Krise der letzten Jahrzehnte»

18. Mrz 2008 14:34
Steinbrück zeigt sich besorgt angesichts der Turbulenzen an den Börsen
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Bundesfinanzminister Steinbrück fürchtet Folgen der Finanzmarktkrise für die Realwirtschaft. Er zeigt sich zugleich optimistisch, dass die deutsche Wirtschaft «robuster» als die amerikanische sei.

Angesichts der Krise an den Finanzmärkten berät die US-Notenbank am Dienstag über eine weitere Zinssenkung. Es wird für möglich gehalten, dass die Fed ihren Leitzins von zurzeit 3,0 auf 2,0 Prozent senken könnte. Dies wäre der niedrigste Stand seit Ende 2004.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warnte derweil vor Folgen der US-Finanzmarktkrise für die deutsche Wirtschaft und verlangte eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Banken zur Bewältigung der Lage. Steinbrück sagte in Potsdam: «Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft können nicht verleugnet werden.»

Steinbrück begrüßt US-Maßnahmen

Es gebe aber Chancen, dass die Krise nicht so stark wie in den USA ausfalle, weil die deutsche Volkswirtschaft robuster als die amerikanische aufgestellt sei. «Wir sind in Deutschland sehr stark darauf angewiesen, die bisherige gute Zusammenarbeit zwischen Politik, Bundesbank, Bankenverbänden und Bankinstituten so dicht zu halten, dass wir die Folgewirkungen in Deutschland minimieren können.»

Der Minister versicherte, die ökonomischen Fundamentaldaten in Deutschland seien in Ordnung. Deshalb hoffe er, «dass wir aus der krisenhaften Zuspitzung besser hervorgehen als dies derzeit in den USA der Fall ist.» Steinbrück begrüßte, dass in den Vereinigten Staaten inzwischen Maßnahmen ergriffen worden seien, um die Krise einzudämmen. «Wir haben es mit einer der größten Finanzkrisen in den letzten Jahrzehnten zu tun», sagte er. Diese sei zwar in den USA verursacht worden, drohe aber auch andere Teile der Welt in Mitleidenschaft zu ziehen.

Ackermann zweifelt an Selbstheilungskräften

Für Aufsehen sorgten Äußerungen des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann, der nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte allein glaubt. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann in Frankfurt. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Ackermann rief zu gemeinsamen Aktionen von Regierungen, Zentralbanken und Banken auf, um das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte wiederherzustellen.

«Die Fed ist in höchster Alarmstimmung»

Nach dem Notverkauf der Investmentbank Bear Stearns an JPMorgan Chase wächst in den USA die Sorge vor weiteren Bankenzusammenbrüchen. «Die Fed ist in höchster Alarmstimmung», sagte der Chefvolkswirt des Finanzportals economy.com, Mark Zandi. Dies erlebe man höchstens einmal in einem Vierteljahrhundert. «Dies ist eine sehr ungewöhnliche Zeit.»

Die Finanz- und Wirtschaftspolitik sieht sich gleich mit einer Vielzahl von Sorgen konfrontiert: Neben dem Zusammenbruch des privat finanzierten Wohnungsbaus gibt es auch eine ernste Knappheit am Kreditmarkt und Spannungen an der Börse, was sich alles gegenseitig beeinflusst und verstärkt. «Jetzt geht es darum, eine größere Rezession zu bekämpfen», sagte Brian Bethune, Volkswirt bei Global Insight. «Das Feuer breitet sich aus.» An der Wall Street wurde am Montag zumindest nicht noch mehr Öl ins Feuer gegossen.

Nach den hohen Kursverlusten der Börsen in Asien und Europa ging es auch in New York zunächst steil nach unten. Zum Ende des Handels aber konnte der Dow-Jones-Index mit einem Schluss von 11.972,25 sogar ein leichtes Plus von 21,16 Zählern verbuchen. (AP/dpa)

 
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