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Pläne zur Übernahme: 

Microsoft und Yahoo tricksen mit allen Mitteln

20. Feb 2008 09:18, ergänzt 17:04
Heiß umworben: Yahoo
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Nach wie vor droht Yahoo eine Übernahme durch Microsoft. Während sich der Software-Konzern auf eine Unterwanderung der Gremien des Konkurrenten vorbereitet, versucht sich Yahoo so teuer wie möglich zu verkaufen.

Im Übernahmekampf um Yahoo schlägt der Softwareriese Microsoft laut US-Medienberichten nun eine härtere Gangart ein. Microsoft wolle zur anstehenden Wahl des Verwaltungsrats von Yahoo eigene Vertreter ins Rennen schicken, berichtete die «New York Times» am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf informierte Personen.

Bei einem Erfolg könnten die Mittelsmänner in dem Gremium anschließend die Yahoo-Spitze überstimmen oder gar stürzen. Zur Neuwahl stehen alle zehn Mitglieder des Verwaltungsrates an. Die Hauptversammlung ist jedoch erst für Sommer geplant. Die Frist zur Nominierung läuft seit vergangener Woche.

Der Weg über den Kampf im Verwaltungsrat komme Microsoft weit billiger als ein höheres Angebot an die Yahoo-Aktionäre, rechnete die Zeitung vor. Zu erwarten seien zwar Kosten von bis zu 30 Millionen Dollar. Bei einer höheren Offerte müsse Microsoft dagegen für jeden zusätzlichen Dollar über den bisher gebotenen 31 Dollar je Aktie rund 1,4 Milliarden Dollar drauflegen.

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft will mit seinem Angebot im Wert von ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) den bei der Online-Suche übermächtigen Rivalen Google verschärft angreifen. Yahoo lehnt die Offerte bisher als zu niedrig ab.

Eine rasche Nachbesserung durch Microsoft gilt mittlerweile unter Beobachtern als eher unwahrscheinlich. Trotz intensiven Werbens konnte Yahoo bisher keine anderen Kooperationspartner präsentieren. Zudem ist Analysten zufolge eine Reihe von Großaktionären an beiden Unternehmen beteiligt und daher nicht daran interessiert, dass Microsoft eine Übernahme zu teuer bezahlt.

Abfindungen für Yahoo-Mitarbeiter

Für den Fall einer Entlassung im Übernahmekampf mit Microsoft hat Yahoo indes allen Mitarbeitern Abfindungen versprochen. Die Beschäftigten sollen damit angesichts der ungewissen Aussichten im Unternehmen gehalten werden, teilte Yahoo am Dienstagabend mit. Zugleich könnte dies eine Übernahme für den Softwareriesen Microsoft deutlich verteuern.

Bei Fusionen und Übernahmen sind solche Entschädigungen für das erweiterte Management durchaus üblich. Pauschale Zusagen für die komplette Belegschaft gelten hingegen als ungewöhnlich. Yahoo beschäftigt weltweit rund 14.300 Mitarbeiter, baut aber gerade etwa 1000 Stellen wegen eines erneuten Gewinneinbruchs ab.

Microsoft rechnet nach einer Übernahme mit Einsparungen von rund einer Milliarde Dollar. Der Konzern ließ aber bisher offen, ob diese auch durch Stellenstreichungen erreicht werden sollen. Alle Vollzeitmitarbeiter von Yahoo sollen den Abfindungsplänen zufolge bei einer Entlassung binnen zwei Jahren nach einer Übernahme grundsätzlich Anspruch auf Abfindungen sowie Zusatzleistungen haben. Die Summe variiert je Mitarbeiter. Allein die Abfindung kann bis zu zwei Jahresgehälter betragen. (dpa)

 
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