Nokia bestreitet Job-Offerte für Rumänien
Insgesamt 2300 Beschäftigte könnten nicht nach Rumänien umgesiedelt werden. Vielleicht gebe es einige Forscher und Entwickler, die sich das überlegen könnten, «aber doch nicht zu den Gehaltsbedingungen, die in Rumänien herrschen», meinte Achenbach. Der Sprecher der IG Metall NRW, Wolfgang Nettelstroth, sagte der Netzeitung, er kenne ein solches Angebot nicht. Es sei aber nicht verwunderlich, dass Unternehmen Mitarbeitern einen Wechsel des Arbeitsplatzes an den neuen Standort anbieten.
Die Nokia-Fabrik sei in Bochum zukunftsfähig aufgestellt, so Nettelstroth. Gewerkschaft und Betriebsrat fordern deshalb von Nokia Zahlen, die den angeblichen Standortnachteil belegen. Für die IG Metall gibt es zudem keinen Grund, bei der Politik nach Fehlern zu suchen, die im Fall Nokia möglicherweise gemacht wurden. Die Beschäftigten sowie die Kommune hätten alles dafür getan, dem Standort eine Zukunft zu geben, sagte der Gewerkschaftssprecher.
Das sieht Nokia-Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo anders. Neben dem Lohnargument führt er an, die Fertigungsstraßen in Bochum seien veraltet, wie finnische Medien berichten. Doch auch die Anschaffung neuer Maschinen würde das Problem nicht lösen, wird er dort zitiert. Kallasvuo verweist darauf, dass der durchschnittliche Handypreis in den vergangenen fünf Jahren um 35 Prozent gefallen sei und sich der Wettbewerb zukünftig noch verschärfe.
Der Nokia-Chef bedauerte am Donnerstag bei der Vorlage der - glänzenden - Jahreszahlen seines Unternehmens zwar die Schmerzen, die der Entschluss zur Werksstilllegung ausgelöst habe. An den Plänen rütteln will er aber nicht. Kein Unternehmen, das sich in einem offenen Wettbewerb befinde, könne den Mitarbeitern eine lebenslange Anstellung garantieren. Vielmehr sollen in Gesprächen mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung «innovative Lösungen» für die Region Bochum gesucht werden, wie Kallasvuo ankündigte.
Dies belegt eine Umfrage im Auftrag der ARD: Demnach will eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger als Konsequenz aus der Schließung des Bochumer Nokia-Werkes in Zukunft stärker darauf achten, in Deutschland produzierte Produkte anzuschaffen. 67 Prozent der 1000 Befragten gaben an, sie wollen künftig nur in Deutschland produzierte Waren kaufen.
Für 30 Prozent spielt das Herkunftsland der Produkte dagegen keine besondere Rolle. Bürger würden dabei für in Deutschland hergestellte Produkte etwas mehr Geld ausgeben. Elf Prozent der Befragten würden deutlich mehr Geld ausgeben, 70 Prozent wären bereit, etwas mehr Geld auszugeben, 16 Prozent würden nicht mehr zahlen.
Für das Web ediert von Matthias Breitinger
