Steinbrück stellt Aus für Briefmonopol in Frage
Kartellamtspräsident Ulf Böge forderte die Bundesregierung unterdessen auf, das Briefmonopol wie geplant Ende des Jahres auslaufen zu lassen. «Ich kann keinen Nachteil darin erkennen, wenn es vielen kleinen Briefzustellerunternehmen gelingt, dem Monopolisten Post Marktanteile abzunehmen», sagte Böge der «Financial Times Deutschland». «Letztendlich sollte die Leistung am Markt darüber entscheiden, welche Anbieter auf dem Markt bleiben, nicht aber eine Schutzvorschrift.» Die Post fordert - ebenfalls unter Hinweis auf die anderen EU-Ländern - eine Verlängerung des Monopols.
Steinbrück verwies darauf, dass Deutschland im Gegensatz zu anderen EU-Ländern seine Märkte geöffnet habe. Während andere Staaten ihre Postmärkte abschotteten, seien in Deutschland Tür und Tor geöffnet für ausländische Unternehmen, die zu Dumpingpreisen und nicht vertretbaren Sozialstandards die Deutsche Post herausforderten.
«Das hat mit meinem Verständnis von Wettbewerb und fairer Marktwirtschaft nichts zutun», sagte Steinbrück. Er wolle genau wissen, ob deutsche Unternehmen auf den verschiedenen Märkten in anderen Ländern die selben Möglichkeiten haben, wie umgekehrt auch. Dies gerate in der innenpolitischen Auseinandersetzung ein wenig unter die Räder. Er wünsche sich hier «mehr Pragmatismus». (dpa)

