VW-Betriebsrat: Mit Dirnen und Lustreisen geschmiert?: 

netzeitung.deVW-Betriebsrat soll geschmiert worden sein

 Herausgeber: netzeitung.de

Helmuth Schuster (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Helmuth Schuster
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der VW-Vorstand hat angeblich den Betriebsrat mit Edel-Prostituierten auf Vorstandslinie gebracht. Der frühere Skoda-Manager Schuster soll außerdem mit internationalen Tarnfirmen Schmiergelder verschleiert haben.

VW-Mitarbeiter um den Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster sollen ein Geflecht von Tarnfirmen geschaffen haben, auf deren Konten Schmiergelder geparkt wurden. Die Holding dieser Unternehmen, eine Firma namens Impesa S.A., sitze im schweizerischen Neuchâtel, berichtet die «Süddeutsche Zeitung» (SZ) am Montag ohne Angabe von Quellen. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft prüft, welche Zahlungen über die Konten abgewickelt wurden.

Laut «SZ» soll Schuster Anfang 2001 gemeinsam mit anderen VW-Mitarbeitern wie dem am Donnerstag überraschend zurückgetretenen Betriebsratschef Klaus Volkert die Idee entwickelt haben, Firmen zu gründen, die sich um Aufträge bei VW

oder bei Tochterunternehmen bemühten. Nach Informationen der Zeitung setzte sich das Geflecht aus Tarnfirmen in Indien, Angola, Tschechien, Luxemburg und der Schweiz zusammen. Allein in Indien soll Schuster drei Millionen Euro kassiert haben, weil er einer Provinzregierung angeblich die Errichtung eines VW-Werkes versprochen haben soll.

Aufgedeckt wurde der Skandal den Angaben zufolge durch eine kleine Personalie bei der Commerzbank. Ein Mitarbeiter wurde im Frühjahr 2005 entlassen und hinterließ Vertragsentwürfe, aus denen hervorging, dass VW-Mitarbeiter - unter anderem der damalige Skoda Personalvorstand Schuster - als Strohmänner bei Geschäften mit dem eigenen Konzern eingesetzt werden sollen. Die Commerzbank leitete die Dokumente an Volkswagen weiter und der Konzern ließ Schuster fortan von Detektiven überwachen.

Edelnutten für den Betriebsrat
Noch brisanter als die Firmenverflechtungen sind angebliche Lustreisen, zu denen der Vorstand den Gesamtbetriebsratsausschuss eingeladen haben soll. «Seit mehr als einem Jahrzehnt wurde der Betriebsrat vom Vorstand gewissermaßen geschmiert», sagte ein Insider laut «SZ».

Mit teuren Lustreisen unter anderem nach Brasilien per Firmenjet und mit eingeflogenen «Luxus-Nutten» soll sich der Vorstand das Einverständnis der Arbeitnehmervertretung erkauft haben. So seien für Treffen mit Prostituierten so genannte Eigenbelege über Summen von bis 30.000 Euro ausgestellt worden, die dann vom Vorstand abgezeichnet wurden – darunter auch VW-Personalchef Peter Hartz.

Volkert abgetaucht
So sollten Betriebsräte bei strittigen Entscheidungen angeblich auf Vorstandslinie gebracht werden. «Der Fall kann die Arbeiterbewegung in die Luft sprengen», sagte der Insider weiter. VW lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.

Der frühere Betriebsratschef Volkert, der auch im Vorstand der IG Metall sitzt, ist derweil abgetaucht. Auch für die IG Metall selber ist Volckert nicht zu erreichen. Nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» soll Volkert auch seinen Sitz im Aufsichtsrat abgeben und für seinen bisherigen stellvertreter im Betriebsrat Bernd Osterloh Platz machen. (nz)