netzeitung.deEU-Kommission genehmigt Fusion der Musiksparten von Bertelsmann und Sony

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Bertelsmann und Sony dürfen ihre Musiksparten zusammenlegen. Die EU-Kommission wird den Zusammenschluss genehmigen, wie die Netzeitung aus Unternehmenskreisen erfuhr.

Dem geplanten Zusammenschluss der Musiksparten von Sony und Bertelsmann steht nichts mehr im Weg. Es gebe Anzeichen dafür, dass die EU-Kommission der Fusion zustimmen werde, heißt es in mit den Verhandlungen vertrauten Unternehmenskreisen. Die EU-Kommission hat bis zum 22. Juli Zeit, um endgültig über das Joint Venture zu entscheiden.

Die EU-Kommission habe keine Nachteile für die Verbraucher nachweisen können, hieß es in EU-Kreisen, wie die Nachrichtenagentur AP am Donnerstagabend berichtete. Deshalb habe die Kommission ihren Widerstand gegen die Fusion aufgegeben. Eine offzielle Stellungnahme sei den Kreisen zufolge am Freitag zu erwarten.

Die Unternehmen hatten den Zusammenschluss bereits im Dezember vergangenen Jahres angekündigt. Das neue Unternehmen mit Hauptsitz in New York soll «Sony BMG» heißen und zu je 50 Prozent im Besitz beider Konzerne sein.

Brüssel hatte zunächst Bedenken
EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte bislang Bedenken gegen den Zusammenschluss geäußert und leitete im Februar eine Prüfung ein. Die EU-Kartellwächter kritisierten, mit dem Zusammenschluss von zwei der weltweit fünf führenden Musik-Konzerne werde der Wettbewerb geschwächt. Außerdem warfen sie den Musikkonzernen vor, schon in der Vergangenheit CD-Preise untereinander abgesprochen zu haben. Eine Zusammenschluss würde nach Ansicht der Kommission den noch bestehenden Wettbewerb deutlich schmälern.

Fusion dient der kulturellen Vielfalt
Bertelsmann und Sony hatten daraufhin in einer Stellungnahme gegenüber der EU-Kommission mitgeteilt, das Joint Venture sei eine «Reaktion auf die nachhaltige Veränderung der Tonträgerbranche». Sie schaffe die Basis für den «Aufbau eines fokussierten Tonträgergeschäfts», hieß es.

Gemeinsam werden die Partner «substanzielle Investitionen in die Kreation von Musik» tätigen und so die «kulturelle Vielfalt in Europa bewahren und fördern», kündigten Bertelsmann und Sony an. Angesichts eines sich rasch wandelnden Marktumfeldes seien «am Ende die Musikkonsumenten Nutznießer des Joint Ventures», zeigten sich die Unternehmen überzeugt.

Anhörungen in Brüssel
Am vergangenen Montag hatte die EU-Kommission dann die beiden Unternehmen zu dem Vorhaben angehört. Medienberichten zufolge hatten die Unternehmen argumentiert, die Fusion sei notwendig, um Kosten zu senken und so Kapital für die Förderung junger Künstler freizusetzen.

Auch in der Branche stieß der Zusammenschluss auf Widerstand. Impala, der Verband der konzernunabhängigen Musikfirmen in Europa, hatte die EU-Kommission wiederholt aufgefordert, die geplante Fusion der Musiksparten zu untersagen.

Unabhängige Labels fordern Auflagen
Sollte das Zusammengehen zu Sony-BMG zum weltweit zweitgrößten Musikkonzern doch genehmigt werden, seien zumindest «scharfe und breit angelegte Maßnahmen» erforderlich, um eine Behinderung des Wettbewerbs auf dem Musikmarkt abzuwenden, verlangte der Verband.

Auch der amerikanische Computerhersteller Apple hatte sich bei der Anhörung vor der EU-Kommission gegen die Fusion ausgesprochen. Das Joint Venture könnte eine zu große Marktmacht bekommen, begründete der Konzern seine Entscheidung. Offiziell wollte sich Apple jedoch nicht äußern. (nz)