netzeitung.deViacom steigt offenbar bei Viva ein

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Der US-Medienkonzern Viacom wird einem Bericht zufolge die Kölner Viva Media übernehmen. Die Verträge seien unterschriftsreif, und der Kauf solle in der kommenden Woche bekannt gegeben werden.

Die Kölner Viva Media
, zu der unter anderen der Musiksender Viva und die Produktionsgesellschaft Brainpool gehören, wird einem Bericht zufolge vom US-Medienkonzern Viacom übernommen. Das berichtet die «Financial Times Deutschland» (FTD) in ihrer Mittwochsausgabe unter Berufung auf «informierte Kreise». Die Übernahme solle demnach kommende Woche Mittwoch bekannt gegeben werden.

«Es ist alles durch, es fehlt nur noch die formelle Zustimmung der Vorstände. Alle Beteiligten haben sich auf den Preis verständigt», zitierte das Blatt aus den Kreisen. Der Kaufpreis für das Paket von 75,5 Prozent der Anteile liege knapp unter 310 Millionen Euro, hieß es.

Widerstand in der Branche
Größte Anteilseigner von Viva Media sind bislang die TimeWarner-Tochter Turner Broadcasting mit 30,6 Prozent. Universal International Music hält 15,3 Prozent der Aktien. Der Unternehmensgründer und Chef von Viva Media, Dieter Gorny, hält lediglich 0,4 Prozent. Im Streubesitz befinden sich rund 38 Prozent.

Die Übernahme stoße in der Branche auf Widerstand, berichtet die «FTD» weiter. Da der US-Konzern Viacom auch den Konkurrenzsender MTV kontrolliert, würde er nach der Übernahme nahezu den gesamten deutschen Musik-Fernsehmarkt beherrschen.

Viva Media steckt in den roten Zahlen
Viva Media war durch die Flaute in der Musik- und Werbebranche in die roten Zahlen gerutscht. Im Geschäftsjahr 2003 fuhr das Unternehmen einen Verlust von 42 Millionen Euro ein. Im Vorjahr verbuchte Viva Media noch einen Gewinn von 859 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2004 betrug der Fehlbetrag noch 3,4 Millionen Euro.

Gerüchte über einen Einstieg von Viacom – womöglich unter Einbezug der Saban Capital Group - wurden bereits zu Jahresanfang bekannt. (nz)