Wachsende Nachfrage aus Asien wird die Erdölpreise noch weiter nach oben treiben
22.05.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Die Bundesregierung und die EU-Kommission müssten den Bürgern überdies klar machen, dass die derzeit hohen Energiepreise kein «vorübergehendes Phänomen» seien. Der IfW-Experte hält es für «illusionär, zu glauben, dass Erdöl und damit auch Benzin jemals wieder richtig billig werden». «Wir müssen uns im Gegenteil darauf einstellen, dass die Preise mittel- und langfristig erheblich über dem heutigen Niveau liegen werden», betonte Klepper.
Allerdings könne der wachsende Energiebedarf auch mit einer höheren Energieeffizienz gedämmt werden. «Wenn die Energieeffizienz weltweit pro Jahr um drei bis vier Prozent steigen würde, wäre es möglich, trotz Wirtschaftswachstum den Energiebedarf auf lange Sicht konstant zu halten», sagte Klepper weiter. Mit einer höheren Erdölproduktion lasse sich der Energiebedarf nicht decken, weil die Produktion nicht in dem Maße ausgebaut werden könne, wie der Bedarf wächst. Dem schloss sich der britische Geologe Colin Campbell an: «Es sieht so aus, als wenn wir im nächsten Jahr den Höhepunkt der Weltproduktion überschreiten werden», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».
Kurzfristige Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise beispielsweise eine Herabsetzung der Ökosteuer wollte Picard nicht befürworten. Indes forderte er eine Harmonisierung der Mineralölsteuern in der EU. Anderenfalls würden die Verbraucher den hohen Benzinpreisen in Deutschland mit einem Tankstellentourismus begegnen. (nz)

