Greenspan bereitet Märkte auf höheren Zins vor
Beobachter interpretierten die Aussage dahingehend, dass der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss der Fed schon bei der kommenden Sitzung von der bisherigen Wortwahl einer gleich großen Deflations- wie Inflationsgefahr abrücken könnte. Eine Zinserhöhung schon bei der Sitzung in zwei Wochen wird allerdings nicht erwartet.
Die Märkte erwarten frühestens im Juli oder August eine Anhebung. Der Leitzins für die kurzfristige Geldbeschaffung der Privatbanken liegt seit Ende Juni 2003 auf dem historisch niedrigen Stand von 1,0 Prozent - dem tiefsten Niveau seit den 50er Jahren.
Greenspan zeigte sich erfreut über die zuletzt gut ausgefallenen Konjunkturdaten. In den vergangenen Wochen habe sich die Wirtschaft wieder belebt, sagte der Fed-Chef und verwies auf gute Einzelhandelsdaten und den Auftragseingang für langlebige Güter. Die Verbesserung sei «lang überfällig» gewesen.
Für den erwarteten Aufschwung in den USA sprachen zuletzt auch die Daten zum Arbeitsmarkt. Im März waren mit netto 308.000 neuen Jobs überraschend viele Stellen entstanden, fast dreimal so viele wie erwartet.
Für Mittwoch wird von der US-Notenbank der jüngste Konjunkturbericht, «Beige Book» genannt, erwartet. Davon erwarten sich die Märkte neue Aussagen zur Nachhaltigkeit der Konjunkturbelebung. Außerdem spricht Alan Greenspan vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses. (nz)

