netzeitung.deKomplikationen beim Verkauf von Hollinger

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Daily Telegraph (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Daily Telegraph
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Verkauf der Hollinger-Verlagsgruppe gestaltet sich immer schwieriger: Bieter müssen sich möglicherweise auf hohe finanzielle Verpflichtungen einstellen. Zu den Interessenten gehört auch der Axel-Springer-Verlag.

Die angeschlagene Verlagsgruppe Hollinger International steckt in größeren Schwierigkeiten als erwartet. Hollinger-Aktionäre fordern von der Zeitungsgruppe 300 Millionen Dollar: Sie werfen früheren Managern und Direktoren Fehlentscheidungen und Missmanagement vor. Doch diese Summe könnte sich einem Bericht der britischen «Financial Times» (FT) von Montag zufolge noch kräftig erhöhen. In wenigen Wochen werde Richard Breeden, früherer Vorsitzender der US-Börsenaufsicht Security and Exchange Commission (SEC), seinen Untersuchungsbericht vorlegen, hieß es.
Aktionärsinteressen fest im Blick
Besonderes Augenmerk habe Breedon auf die Interessen und die Forderung der Aktionäre gelegt, sagte ein mit der Situation vertrauter Anwalt der Zeitung. Der Bericht von Breedon konzentriere sich auf mehrere Hundert Millionen Dollar, die angeblich unrechtmäßig an Lord Conrad Black, den ehemaligen CEO der Hollinger-Gruppe und andere Manager gezahlt wurden. Außerdem habe Breedon die Verkäufe von Vermögensanteilen der Zeitungsgruppe an private Unternehmen, die von Lord Black geführt wurden, untersucht. Wie die Zeitung weiter berichtete, weist Breedon alle Vorwürfe energisch zurück.

Bis Mitte Mai sollen in einer zweiten Bieterrunde die endgültigen Angebote für den Verlag vorgelegt werden. Sollte Breedon zu dem Ergebnis kommen, dass ehemalige Direktoren und Manager dem Verlag mehrere Hundert Millionen Dollar schulden, könnten auf die Bieter hohe Verpflichtungen zukommen, hieß es weiter. Sie könnten gezwungen sein, ihr Kaufangebot zu erhöhen, um die Aktionäre für den Schaden zu entschädigen.

Zu den Interessenten gehört auch der Axel Springer-Verlag. Europas größtes Zeitungshaus will Presseberichten zufolge jedoch nicht die gesamte Hollinger-Gruppe erwerben. Springer interessiert sich vor allem für den «Daily Telegraph». (nz)