Springer: «Der Personalabbau ist eine traurige Voraussetzung für profitables Wachstum»
Trotzdem gab sich Döpfner auf dem Aktionärstreffen betont optimistisch: «Unsere wirtschaftlichen Kennzahlen knüpfen an historische Höchststände an», sagte er. «Es geht unserem Verlag in jeder Hinsicht gut.» Am allgemeinen Branchenumfeld könne diese positive Entwicklung aber «wirklich nicht liegen». Es gehe dem Standort Deutschland und der Medienbranche schlecht.
«Mangelnde Reformen, verunsicherte Verbraucher, geringe Kaufkraft, zu hohe Arbeitslosigkeit und eine viel zu hohe Verschuldung zeichnen ein tristes bis tragikomisches Stimmungsbild im Land», kommentierte Döpfner. «Konkret heißt das: Im Printmedienmarkt ist keine Trendwende sichtbar.»
Im vergangenen Jahr hatte Springer das Ebita mit knapp 197 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Der Umsatz sank hingegen von knapp 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf gut 2,4 Milliarden Euro.
Der Verlag teilte zudem am Mittwoch mit, sich mit 14,5 Prozent an der Westfalen-Blatt-Zeitungsverlage GmbH zu beteiligen. Mit fünf Haupttiteln und 25 Lokalausgaben sei das «Westfalenblatt» eine der großen Regionalzeitungsgruppen in Nordrhein-Westfalen, hieß es. Das Bundeskartellamt muss der Beteiligung allerdings noch zustimmen.
Für jede erworbene Aktie will Springer den Vorständen eine Option auf acht weitere einräumen. Maximal kann das fünfköpfige Führungsgremium damit 498.400 Aktien erwerben. Die Optionen sind aber wiederum an bestimmte Ziele geknüpft. Das operative Ergebnis muss in den kommenden vier Jahren auf rund 280 Millionen Euro gesteigert werden, sonst verfallen sie zumindest zum Teil.
Auch Döpfner führte die aus seiner Sicht positive Bilanz auf den drastischen Sparkurs zurück. Die Mitarbeiterzahl sei «seit Beginn des notwendigen Abbauprogramms» von fast 14.100 auf knapp 11.500 gesunken. «Er ist eine traurige Voraussetzung für profitables Wachstum und die Sicherung der Mehrheit der Arbeitsplätze», fügte Döpfner an. Für die Zukunft kündigte er eine «weiter strikte Kostendisziplin» und das «Vorantreiben unserer Gründungsoffenive» an.(nz)

