06. Apr 2004 12:58
Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Verlagserben Alexander Falk erhoben. Er soll den Aktienkurs seiner ehemaligen Firma mit Scheingeschäften manipuliert haben.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Betrugs in besonders schwerem Fall gegen den Verlagserben Alexander Falk erhoben. Das teilte Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger am Dienstag in Hamburg mit. Der Prozess gegen Falk soll am 2. Juni beginnen.Die Staatsanwaltschaft wirft Falk und sieben weiteren Beschuldigten vor, im Zusammenhang des Verkaufs seiner Internet-Firma Ision den Aktienkurs des Unternehmens mit Scheingeschäften manipuliert und so den Kaufpreis in die Höhe getrieben zu haben. Falk hatte Ision für 812 Millionen Euro an den britischen Konzern Energis veräußert. Energis ist inzwischen pleite.
Gründen konnte Falk die Neue-Markt-Firma Ision, weil er von seinem Vater den bekannten Stadtplan-Verlag Falk geerbt und im Jahr 1995 für rund 25 Millionen Euro an Bertelsmann verkauft hatte. Das Kapital aus dem Verkauf steckte er unter anderem in Bereiche wie Internet, Mobilfunk, Software und Informationstechnik. Für lange Zeit galt Falk als Aushängeschild des Neuen Marktes.Mit dem Geld aus der Ision-Veräußerung kaufte Falk sich stufenweise in Hornblower Fischer ein und hielt schließlich die Mehrheit an der inzwischen ebenfalls insolventen Investmentbank.