netzeitung.deKandidatenliste für IWF-Chef auf zwei Namen eingegrenzt

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Jean Lemierre (links) und Rodrigo Rato (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jean Lemierre (links) und Rodrigo Rato
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der künftige IWF-Chef soll entweder Rodrigo Rato oder Jean Lemierre heißen. Auf diese beiden Kandidaten einigten sich die EU-Finanzminister am Samstag in Irland.

Die EU-Finanzminister sind einer Entscheidung über den künftigen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) näher gekommen. Zwar konnten sie sich am Samstag im irischen Punchestown noch nicht auf einen Kandidaten einigen, aber der Kandidatenkreis für die Nachfolge von IWF-Chef Horst Köhler wurde immerhin auf zwei Personen eingegrenzt, wie Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) am Nachmittag am Rande des Ministertreffens sagte.

Dabei handelt es sich erwartungsgemäß um den scheidenden spanischen Finanzminister Rodrigo Rato, den auch die neue spanische Regierung favorisiert, und den derzeitigen Chef der Osteuropa-Bank, den Franzosen Jean Lemierre. Eichel sagte, die beiden Kandidaten hätten ein unterschiedliches Profil - «der eine mehr der Finanzfachmann, der andere mehr der gestandene Politiker». Die Bundesregierung unterstütze Lemierre, «weil er ein sehr guter Kandidat ist».

Italien ohne eigenen Kandidaten
Die endgültige Entscheidung soll bei einem Treffen der Minister am 18. und 19. April in der Osteuropa-Bank in London fallen. Zuvor werde weltweit über die Erfolgsaussichten beider Kandidaten konsultiert, sagte Eichel. Welcher Kandidat im Kreis der IWF-Mitgliedstaaten mit welcher Unterstützung rechnen kann, ließ Eichel offen: «Das kann man jetzt noch nicht übersehen.» Für Rato hatten sich bereits 19 lateinamerikanische Länder ausgesprochen. Gegen Lemierre spricht, dass bereits drei der insgesamt acht IWF-Direktoren Franzosen waren.

Vor dem Treffen der EU-Minister in Irland war noch spekuliert worden, dass möglicherweise auch Italien einen eigenen Kandidaten nominieren wolle. Dafür wurde der derzeitige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti gehandelt.

Köhler hatte seinen Posten aufgegeben, nachdem ihn CDU, CSU und FDP als Kandidaten für das Amt des deutschen Bundespräsidenten ausgewählt hatten. Dem IWF steht traditionell ein Europäer vor, der aber von den USA abgesegnet werden muss. Die Amerikaner wiederum stellen den Chef der Weltbank. (nz)